„Das ist ein tot geborenes Kind“

Seehausens Bürgermeister Rüdiger Kloth glaubt nicht an Wiederbelebung von Bahnstrecke

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Bei Geestgottberg ist die Bahnstrecke vollkommen zugewuchert. Im Hintergrund die Straßenbrücke, die mit dem A-14-Bau einem höheren Damm weichen wird.

Seehausen – Bemühungen, die hiesige Region in Sachen Tourismus anziehender zu machen, gibt es verschiedener Art.

Einige möchten mehr Radler an Aland und Elbe locken, andere könnten sich vorstellen, die 2004 stillgelegte Bahnstrecke zwischen Arendsee und Geestgottberg in der Verbandsgemeinde Seehausen wiederzubeleben.

Zu Letzteren gehört der Regionalverband Altmark-Wendland des Deutschen Bahnkunden-Verbandes. Angehörige dieser Organisation hatten im vergangenen Jahr zu mehreren Freischneide-Aktionen im Bereich Groß Garz in der Gemeinde Zehrental aufgerufen. Einer, der damals mit dabei war, ist Wanzeraner Bernd Kloss, der für die Linkspartei im Seehäuser Verbandsgemeinderat arbeitet. Der einstige Sozialpädagoge war von der Initiative begeistert. Doch seit der Freischneiderei von Gebüsch und Hecken hat sich bisher nicht viel getan. An vielen Stellen sind die Gleise immer noch zugewachsen. Mehr noch: Zehrental-Bürgermeister Uwe Seifert weiß, dass im Bereich Harpe Gleise fehlen. „Bis zwischen Arendsee und Geestgotttberg wieder ein Zug rollt, wird noch viel Wasser die Elbe herunter fließen“, meint der Kommunalpolitiker.

Ganz und gar nicht von dem Projekt überzeugt ist Seehausens Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth (CDU). „Das ist ein tot geborenes Kind“, sagte der Verwaltungschef im AZ-Gespräch. Vor etwa gut zwei Jahren hatte der Christdemokrat mit den Wiederbelebern der Bahnstrecke ein Gespräch, die damals wollten, dass sich die Verbandsgemeinde bei den Kosten zur Sanierung einer Alandbrücke, die als Zugstrecke dient, beteiligt. „Das Gespräch war nicht fruchtbringend, man konnte mir keine Zahlen über die Kosten vorlegen.“ Und noch etwas ärgert Kloth sehr. „Obwohl die Strecke stillgelegt ist und nicht genutzt wird, hat die Bahn bis 2025 Bestandsrecht. Bis zu dieser Zeit wird die Autobahn kommen, wofür ein riesiger Damm errichtet wird, der über die totgelegten Gleise führt. Es müssen dafür Millionen Euro investiert werden, damit man über die Schienen hinweg kommt.“

Von Thomas Westermann

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