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Bahnhof bis 2025 barrierefrei

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Von: Thomas Westermann

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Kreisseniorenvertretung tagt in Seehausen
Die Kreisseniorenvertretung Stendal nahm gestern im wischestädtischen Feuerwehrgerätehaus die Barrierefreiheit Seehausens unter die Lupe. Viel konnte schon erreicht werden, aber es gibt auch noch einiges zu tun. © Westermann

Seehausen. In Sachen Barrierefreiheit konnte in Seehausen in den vergangenen sechs Jahren einiges bewegt werden. Verdienste daran hat die Arbeitsgruppe „Barrierefreies Seehausen“ um die ehemalige Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Stendal, Birgit Hartmann, die sich 2016 gegründet hatte. Was bisher in Seehausen passiert ist und was noch behindertenfreundlicher gemacht werden müsste, darüber informierte sich am Mittwoch die Kreisseniorenvertretung Stendal mit der Vorsitzenden Christina Paschke.

Letztere forderte „Barrierefreiheit für alle Städte im Landkreis Stendal“. Lisa Weigelt, Wirtschaftsförderin in der Verbandsgemeinde Seehausen als Gastgeberin, die auch für den Abbau von Barrieren zuständig ist, machte sogleich deutlich, warum man sich im Feuerwehrdepot getroffen hat und nicht im Rathaus. „Der Ratsaal ist für Behinderte nicht zugänglich, im Gerätehaus hingegen herrscht Barrierefreiheit.“ Angesichts dieser Tatsache werde überlegt, den Versammlungsraum der Kameraden als Standard-Sitzungsraum zu nutzen. Dass das Fallen von Barrieren für Behinderte nicht immer leicht sei, machte sie an Bushaltestellen deutlich. Zum einen bedürfe es einer ÖPNV-Förderung und zum anderen seien die jeweiligen Träger der Straßen zuständig, an denen sich die Wartehäuschen befinden. Von den insgesamt 144 Haltepunkten sei die Verbandsgemeinde für lediglich sieben verantwortlich. Um die anderen müssen sich Land und Landkreis kümmern. Aber Weigelt weiß, dass durchaus etwas passiert sei. Als Beispiele nannte sie den barrierefreien Zugang zur evangelischen St.-Petri-Kirche, der gegenwärtig entsteht, und die Touristinfo mit Bibliothek, wo die Arbeiten schon vor längerer Zeit abgeschlossen werden konnten. Und wenn auch die Amtsstuben im Rathaus und am Schwibbogen für Behinderte nicht erreichbar sind, hat die Verwaltung sich auf Menschen mit Handicap eingestellt. Nach vorheriger Terminvereinbarung können die Anliegen in einem Büro im verglasten Eingangsbereich des Schwibbogens erledigt werden. Entsprechende Technik steht dafür bereit.

Ein großes Problem ist der Seehäuser Bahnhof, der für Rollstuhlfahrer und Rollatornutzer unbezwingbar ist. Doch da hat Hartmann gute Nachrichten. „Bis 2025 soll der Bahnhaltepunkt barrierefrei sein“, kündigte sie voller Vorfreude an. So wie in Osterburg sollen dann die Bahnsteige über eine Brücke mit Fahrstuhl erreichbar sein. „Wir sind glücklich darüber, dass Seehausen in die Planungen gekommen ist.“ Mehrere Treffen hatte es dazu im Vorfeld gegeben. Allerdings lauert einige Meter weiter mit dem nicht-barrierefreien Busbahnhof das nächste noch ungelöste Problem.

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