Zum Frauentag erhält ein leerer Laden in Seehausen ein neues Antlitz

100 rote Nelken für die Damen

Seehausen links gestaltet ein leeres Geschäft zum Frauentag
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Diese Damen und Herren gestalteten ein leer stehendes Geschäft anlässlich des Frauentages.
  • Thomas Westermann
    vonThomas Westermann
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Seehausen. Der gestrige Weltfrauentag wurde im Jahr 1910 auf der zweiten internationalen sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen ins Leben gerufen. Er sollte unter anderem die weltweite Einführung des Frauenwahlrechts fördern. Im Jahr 1977 wurde er von den Vereinten Nationen als Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden anerkannt.

Der Gesprächskreis „Seehausen links“ um Frontmann Bernd Kloss wollte ursprünglich eine Lesung „Liebesbriefe von Rosa Luxemburg“ mit Jörn Schütrumpf von der Rosa-Luxemburg-Stiftung organisieren, die jedoch coronabedingt ausfallen musste. „Wir mussten einen Plan B erstellen“, so der Wanzeraner, der mit der Aktion zum Internationalen Frauentag gleichzeitig ein Zeichen gegen den Leerstand von Geschäften in der Hansestadt Seehausen setzen wollte. In einem ehemaligen Laden am Marktplatz wurde das Geschäft zum Thema Frauentag gestaltet. Und in Anlehnung an die benachbarte Große Brüderstraße tauften die Initiatoren die Straße kurzerhand in Kleine-Schwestern-Straße um. So jedenfalls steht es oben an der Schaufensterscheibe.

Und die Organisatoren hatten auch Frauen entdeckt, die mit besonderen Leistungen in und um Seehausen hervorstachen. Auch sie sind in einem Schaufenster erwähnt. Da ist beispielsweise Irmgard Speck, die sich in Sachen Kultur groß engagiert hat. So leitete sie viele Jahre das wischestädtische Kulturhaus und später die Touristinformation. Immer wieder organisierte sie in der Wischelandhalle hochkarätige Veranstaltungen mit bekannten Künstlern. Später, im Rentenalter, organisierte sie bis zu ihrem Tod kulturelle Erlebnisse im Vielbaumer „La Palma“-Veranstaltungszentrum. Darüber hinaus engagierte sie sich etliche Jahre für die Rumänienhilfe Zvoristea und sammelte im Feuerwehrgerätehaus diverse Produkte, die den Einwohnern des südosteuropäischen Landes zugutekamen. Zu den tatkräftigen Seehäuser Frauen gehörten auch Dr. Christa Scheibe, die seit 1952 Oberärztin im Kreiskrankenhaus Seehausen war, und Dr. Helene Apel, Oberärztin in der internen Abteilung der wischestädtischen Klinik, die in Seehausen die Ehrebürgerwürde erhielt. Erinnert wird zudem an Franka Rosenkranz, Vereinsvorsitzende der Kunst- und Trödelmarktweiber, die im Januar dieses Jahres 60-jährig verstorben war. Erwähnung findet außerdem Christa Grützmacher, die früher mit dem Wische-Waschbrett-Kabarett glänzte.

Die Schaufenstergestaltung kann für zwei Wochen in Augenschein genommen werden. Anlässlich des Frauentages verteilte Bernd Kloss gestern 100 rote Nelken im Seehäuser Stadtgebiet an das zarte Geschlecht.

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