Interessengruppe seit März 2016 aktiv

Seehausen lässt die Barrieren fallen

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Neuerdings ist auch der Weg zur Seehäuser Stadtinformation für Behinderte barrierefrei.

Seehausen – Barrierefrei soll die Hansestadt Seehausen werden. Dafür engagieren sich unter anderem die Gleichstellungs- und Behindertenbeauftragte des Landkreises Stendal, Birgit Hartmann, und Willi Hamann, Mitglied im Seehäuser Stadtrat.

Mit weiteren Mitstreitern gründeten die beiden Altmärker die Interessengruppe „Barrierefreies Seehausen“.

Im März 2016 wurde sich erstmalig als Gruppe getroffen, wobei schnell feststand, dass „noch sehr viel zur Herstellung von Barrierefreiheit zu tun ist“, so Hartmann. Die Landkreismitarbeiterin weiter: „Unser Anliegen besteht nicht in der Fürsorge und Versorgung von Menschen mit Behinderungen, sondern in der Förderung ihrer selbstbestimmten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und in der Beseitigung der Hindernisse, die ihrer Chancengleichheit entgegenstehen. Deshalb ist es unsere Aufgabe, Menschen mit Behinderung in der Verbandsgemeinde Seehausen in ihren Rechten zu bestärken, damit ihnen nach und nach alle Steine aus dem Weg geräumt werden können. Hier wollen wir beweisen, dass die Bürgerinnen und Bürger Seehausens humanistisch, demokratisch, tolerant und weltoffen sind und es mit dem Abbau von Benachteiligungen und Diskriminierungen im Alltag ernst meinen. Seit drei Jahren wird sich deshalb regelmäßig jeden ersten Donnerstag im Monat getroffen.“

Nicht ohne Stolz berichtete Hartmann, dass „bereits einige Erfolge erzielt werden konnten“. So wurde mit betroffenen Mitgliedern der Gruppe ein Film gedreht, wo es in Seehausen bezüglich der Herstellung von Barrierefreiheit Handlungsbedarf gibt und Schwerpunkte aufgezeigt. Gemeinsam mit dem örtlichen Teilhabemanagement und der Beauftragten für Menschen mit Behinderung des Landkreises Stendal gab es ein einwöchiges Projekt an der wischestädtischen Gemeinschaftsschule. Zu den Erfolgen zählen zudem die Barrierefreiheit zum Feuerwehrgerätehaus, zum Waldbad und neuerdings auch zur Stadtinformation. Hinsichtlich des Bahnhofes in der Hansestadt besteht allerdings noch Handlungsbedarf. Diesbezüglich lädt die Gruppe einmal im Jahr Mitarbeiter der Deutschen Bahn und der Nasa ein, um den Umbau des Haltepunktes „Seehausen Altmark“ für eine barrierefreie Nutzung der Bahnsteige voranzutreiben.

Hartmann: „Barrierefreiheit in unserer Stadt ist für alle Menschen wichtig. Es darf kein Luxus sein, um selbstbestimmt leben zu können. Die meisten Behinderungen sind nicht angeboren, sondern werden erst im Lauf des Lebens erworben. Durch ‘Barrierefreies Seehausen’ wollen wir aufzeigen, dass eine Behinderung keine Barriere für ein selbstbestimmtes Leben sein muss.“

VON THOMAS WESTERMANN

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