Stadtrat fasst erforderlichen Beschluss

Einen Schritt weiter zur Solarfähre – Machbarkeitsstudie kann starten

Probeläufe für eine Solarfähre auf der Elbe zwischen Schönberg/Deich und Rühstädt gab es schon. Nun soll eine Machbarkeitsstudie zeigen, ob eine derartige Transportmöglichkeit dauerhaft etabliert werden kann.
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Probeläufe für eine Solarfähre auf der Elbe zwischen Schönberg/Deich und Rühstädt gab es schon. Nun soll eine Machbarkeitsstudie zeigen, ob eine derartige Transportmöglichkeit dauerhaft etabliert werden kann.

Seehausen – Mit der Machbarkeitsstudie für die Solarfähre Elbe kann es jetzt losgehen. Der Stadtrat der Hansestadt Seehausen fasste auf seiner jüngsten Sitzung den dafür notwendigen Beschluss.

Da die Finanzierung des Vorhabens damit gesichert ist, wurde die Erstellung der Machbarkeitsstudie von der Verwaltung nun ausgeschrieben. Diese soll untersuchen, unter welchen Bedingungen der Betrieb einer Solarfähre oder eines Solarschiffs in dem Bereich Schönberg/Deich – Rühstädt über die Elbe möglich und wirtschaftlich ist.

Für diese Voruntersuchung des Projekts Solarfähre sind rund 18 600 Euro eingeplant. Die Studie wird zu 90 Prozent durch Leader-Mittel gefördert, die Hansestadt Seehausen beteiligt sich mit einem Eigenanteil von rund 1800 Euro. Die Initiative für dieses Projekt geht von der Kommunalpolitikerin Susanne Bohlander (Bündnis 90/Die Grünen) aus, auf deren Anregung hin der Stadtrat die Förderung beantragte. „Ich freue mich sehr, dass dieser wichtige Schritt nun gemacht werden kann“, erklärt Bohlander. „Diese Machbarkeitsstudie wird uns die nötigen Fakten liefern, mit denen wir das Projekt auf sichere Füße stellen können.“

In den vergangenen Jahren wurde zu dem Vorhaben Solarschiff Elbe bereits eine Menge Arbeit geleistet. Eine länderübergreifende Initiativgruppe, mit Fachleuten, Kommunalpolitikern und Vertretern des Biosphärenreservats sowohl von der altmärkischen als auch der Prignitzer Seite kam regelmäßig zusammen, um über eine mögliche Verwirklichung dieses Projekts zu beraten. Das Solarschiff soll für Fußgänger und Radfahrer eine Querung der Elbe in einem Bereich ermöglichen, wo es zwischen der Wittenberger Eisenbahnbrücke und der Fähre in Räbel auf 40 Kilometern keinerlei Möglichkeit gibt, auf die andere Seite zu kommen. Das Solarschiff Elbe, das die Altmärker und die Prignitzer Seite miteinander verbindet, wäre damit das erste Solarschiff überhaupt an der Elbe.

Die Idee für dieses Solarschiff an der Elbe hatte Susanne Bohlander bereits vor über 15 Jahren, auf ihren zahlreichen Radtouren entlang der Elbe. „Wenn ich in Schönberg/Deich an der Elbe stand und auf die andere Seite schaute, schien Rühstädt mit seinen Störchen zum Greifen nah, aber doch unerreichbar. Deshalb hatte ich die Idee: Hier, auf halbem Weg zwischen Wittenberge und Werben, brauchen wir eine Verbindung über das Wasser, und zwar eine zeitgemäße klimaneutrale Solarverbindung. Davon profitiert der Tourismus auf beiden Seiten der Elbe.“

Dass der Bedarf für diese solarbetriebene Infrastruktur vorhanden ist, bewiesen die beiden Probetage für die Solarfähre, die im Sommer 2014 und 2015 an jeweils einem Sonntag im August stattfanden und sehr erfolgreich verliefen. Hunderte Fußgänger und Radfahrer strömten an diesen Tagen an die Elbe, um sich in Schönberg/Deich und in Rühstädt/Gnevsdorf mit einem kleinen Solarschiff ans jeweils andere Ufer setzen zu lassen.

Nun soll die Machbarkeitsstudie laut Bohlander untersuchen, unter welchen Bedingungen ein solches Solarschiff auf der Elbe diese Verbindung zwischen dem altmärkischen und dem Prignitzer Elbufer dauerhaft ermöglichen kann. VON THOMAS WESTERMANN

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