Standsicherheit nicht gegeben / Mehrheit der Stadträte lehnt Sperrung ab

Seehausen: Beustertorbrücke gerät ins Wanken

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Schon seit vielen Jahren ist die Brücke für motorisierte Kraftfahrzeuge gesperrt. Lediglich Fußgänger und Radfahrer dürfen die Strecke passieren.

Seehausen – Wenn es nach Prüferin Caroline Fleischer von einem Stendaler Unternehmen geht, sollte die Seehäuser Beustertorbrücke ab sofort gesperrt werden. Das schlägt sie in ihrem Bericht nach Prüfung des Bauwerkes vor.

Radler nutzen die Beustertorbrücke gern.

Die Standsicherheit des Bauteils und des Bauwerks sei nicht mehr gegeben. Sofortige Maßnahmen seien während der Bauwerksprüfung erforderlich, eine Nutzungseinschränkung umgehend vorzunehmen. Die Instandsetzung oder Erneuerung sei einzuleiten, heißt es in ihrem vom 8. Oktober dieses Jahres vorgelegten Prüfbericht. Und weiter: „Aufgrund der vorliegenden massiven Schäden am Überbau sowie an den Unterbauten empfehlen wir, das Bauwerk sofort für jeglichen Verkehr – auch für den Fußgängerverkehr – zu sperren.“

Das Bauwerk verläuft auf dem Altmarkrundkurs.

Das Bau- und Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Seehausen gab die Empfehlung, die Brücke zu sperren, die für den Kraftfahrzeugverkehr schon seit vielen Jahren nicht mehr passiert werden kann. Lediglich für Radler und Fußgänger ist das Bauwerk bisher noch zugelassen. Übrigens verläuft dort auch der beliebte Altmarkrundkurs für die Pedalritter. Seehausens Bürgermeister Detlef Neumann hält allerdings nichts davon, die Brücke für Fußgänger und Radler zu sperren. Die Sicherheitsbedenken der Prüfer sieht er für Passanten und Radler nicht. Ohnehin sei für eine Instandsetzung oder gar einen Neubau kein Geld vorhanden, womit mehr oder weniger nur ein Abriss in Frage kommen würde, aber selbst dafür fehlen die Finanzen. Der Bürgermeister ließ während der Stadtratssitzung über das Offenhalten oder die Schließung der Brücke abstimmen. Eine Mehrheit stimmte für Ersteres. Ein mulmiges Gefühl hat Ratsherr Dr. Walter Fiedler, der nach der Prüfung durch Fachleute lieber die Sperrung gesehen hätte und stellte die Frage als ehrenamtlicher Stadtführer: „Wenn 50 Personen über die Brücke gehen und etwas passiert, was geschieht dann?“

Aufgrund von massiven Schäden am Überbau und an den Unterbauten empfehlen Fachleute die Sperrung der Brücke.

Egal, ob nun offen oder gesperrt – das Brückenthema wird die Abgeordneten weiter beschäftigen. Im nächsten Jahr soll über das Programm zur Beseitigung der Hochwasserschäden von 2013, das hundertprozentig gefördert wird, die Böschung an der Beustertorbrücke im Wertumfang von über 170.000 Euro saniert werden. In einer Beschlussvorlage steht wörtlich: „Da das eigentliche Brückenbauwerk für den öffentlichen Fahrzeugverkehr mittlerweile seit Jahren gesperrt ist und voraussichtlich eine notwendige Sanierung aus Kostengründen zeitnah nicht erfolgen kann, sind Überlegungen zu treffen, ob an einer Böschungssanierung aus wirtschaftlichen Gründen weiterhin festgehalten werden sollte.“ Auf der Stadtratsitzung am Donnerstag wurde die Böschungssanierung zurückgestellt.

VON THOMAS WESTERMANN

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