Verbandsgemeinderat will Jagd nach schwedischem Vorbild / Raubtierfreie Zone abgelehnt

Seehäuser zielen auf den Wolf

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Wie künftig mit dem Wolf umgegangen werden soll, beschloss der Verbandsgemeinderat Seehausen am Dienstagabend. Eine raubtierfreie Zone soll es aber nicht geben. 

Seehausen. Seehausens Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth (CDU) ist sich sicher: „Die derzeitige Population der Wölfe erhöht das Gefahrenpotenzial für Mensch und Weidetier erheblich. “ Die Verbandsgemeinde sei nicht für die Besiedlung durch den Wolf geeignet.

Zum Schutz der Bevölkerung, die unbeschwerte Nutzung der offenen Landschaft für Naherholung und Tourismus sowie die ausgeprägte natur- und artgerechte Weidetierhaltung seien gesetzliche Änderungen unabdingbar, meint der Christdemokrat.

Der Verbandsgemeinderat Seehausen beschloss auf seiner Sitzung am Dienstagabend mit großer Mehrheit eine Aufforderung an die Landesregierung zum Umgang mit Isegrim. So soll sich gegenüber dem Bund nachdrücklich dafür eingesetzt werden, dass der strenge Schutz des Raubtiers auf europäischer Ebene gelockert werde, da die Art nicht mehr vom Aussterben bedroht ist. Zudem sollte der Wolf mit Jagdzeiten und Abschussquoten ins Jagdrecht aufgenommen werden, damit die Art wie anderes Wild jagdlich reguliert werden könne. Die Kommunalpolitiker empfehlen ferner, zum Schutz der Weidetiere Jagden nach schwedischem Vorbild vorzunehmen. An Viehweiden sollte den Jägern das Recht zugebilligt werden, angreifende Wölfe zur Gefahrenabwehr zu töten.

Zur wolfsfreien Zone hat sich der Verbandsgemeinderat Seehausen allerdings nicht bekannt. „Das bekommt man nicht hin“, so Verwaltungschef Kloth. „Dann müsste man riesige Zäune ziehen, das wäre etwa so wie der Aufbau der einstigen Grenze“, meint der Aulosener und weiß nur zu gut, wie es sich im einstigen Sperrgebiet gelebt hat.

Von Thomas Westermann

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