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Seehäuser Unternehmen Graepel vermutet Auswirkungen im Ukraine-Krieg

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Von: Thomas Westermann

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Produktionsstätte von Graepel in Seehausen
Prokurist und Vertriebsleiter Uwe Moritz (l.) und Vorstand Carlo Graepel (r.) führten den FDP-Bundestagsabgeordneten Dr. Marcus Faber durch die Produktionsstätten des metallverarbeitenden Betriebes in Seehausen. © Westermann

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine wird auch Folgen für das Unternehmen Graepel in Seehausen haben. Da sind sich Vorstand Carlo Graepel und Uwe Moritz, Prokurist und Vertriebsleiter, sicher. Diesbezüglich und über den Betrieb informierte sich bei einem Besuch am Dienstag der FDP-Bundestagsabgeordnete Dr. Marcus Faber, der auch Mitglied im Verteidigungsausschuss ist.

Seehausen - Graepel gehört dem Deutsch-Russischen Wirtschaftsbund an, bei dem es sich um eine unabhängige, überparteiliche Interessenvertretung mittelständischer Unternehmen und handelnder Persönlichkeiten aller Branchen und Berufsgruppen aus Deutschland und Russland, die an der Förderung und Pflege wirtschaftlicher Beziehungen beider Länder interessiert sind, handelt. Geschäftsführer Graepel hat Russland als Zukunftsmarkt gesehen und schon Planungen gehabt.

Er konnte sich die Kooperation mit einem dortigen Unternehmen vorstellen. Der metallverarbeitende Betrieb in Seehausen wirbt mit dem Slogan „Sicherheit unter den Füßen“. Hergestellt werden an der Waldemar-Estel-Straße unter anderem Roste, Lochbleche, Lüftungsgitter, Treppenstufen und Plattformen. Carlo Graepel hatte die Idee, Laufstege für Schienenfahrzeuge anzufertigen. Doch Verträge seien diesbezüglich noch nicht abgeschlossen.

Vertriebsleiter Moritz machen mangelnde Transportkapazitäten Sorgen. Berufskraftfahrer seien auf dem deutschen Markt kaum zu gewinnen. Um die Lieferungen an die Kunden zu gewährleisten, werden Speditionsunternehmen beispielsweise aus Polen, Weißrussland und auch der vom Krieg gebeutelten Ukraine eingesetzt. „Wie wird sich die geopolitische Lage entwickeln?“, fragt der Seehäuser Prokurist: „Es stehen so viele Fragezeichen“, fügt der Altmärker hinzu. Und: „Die Waren wie Aluminium und Stahl werden vom Unternehmen Graepel zwar in Europa gekauft und bezahlt, aber sie stammen auch aus Russland und der Ukraine.“ Inwieweit der Betrieb von der beabsichtigten Aufrüstung der Bundeswehr in Deutschland profitieren könnte, ist noch offen.

Graepel ist mit über 300 Beschäftigten der größte Arbeitgeber in der Verbandsgemeinde Seehausen und auf drei Kontinenten präsent. Produktionsstätten befinden sich in Deutschland, den USA und Indien. Wenn Graepel und Moritz auf den Standort Seehausen blicken, wünschen sich beide sehnlichst die Autobahn 14. „Und auch die B 190n, die sogenannte Hosenträgervariante, hätte der Region gut gestanden“, findet Vorstand Graepel.

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