Stadtrat verabschiedet Antrag von Fraktion Linke-Bündnis 90/Die Grünen

Anschläge auf dem Seehäuser Bahnhof – Stadtrat: gegen jeglichen Hass und Gewalt

Bahnhofsgebäude
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Die Waldbesetzer bei Losse nutzen auch den Seehäuser Bahnhof. Mit verschiedenen Transparenten machen die Umweltaktivisten auf ihre Ziele aufmerksam.
  • Thomas Westermann
    VonThomas Westermann
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Seehausen.  Mit einem Antrag hinsichtlich der Anschläge auf dem Seehäuser Bahnhof gegen Umweltaktivisten und A-14-Gegner befasste sich der Stadtrat auf seiner jüngsten Sitzung am Donnerstagabend.

Eingebracht hatten diesen Susanne Bohlander und Kathrin Baier von der Fraktion Linke-Bündnis 90/Die Grünen. Bohlander stellte ihn vor. Allerdings musste dieses Papier gegen jeglichen Hass und Gewalt reichlich Federn lassen. Der Inhalt sei zu einseitig, hieß es von verschiedenen Räten, wurde aber nach Korrekturen vom Gremium mehrheitlich verabschiedet.

Seehausens Vize-Bürgermeister und Stadtratsmitglied Dr. Walter Fiedler stellte seine Sicht auf die Vorkommnisse, sprich Anschläge am Bahnhof und Waldbesetzung bei Losse, dar. Wie der Kommunalpolitiker sagte, lehne und verurteile er jede Art von Gewalt zur Lösung, egal welcher Probleme kategorisch ab. Das war auch der Grund, den vorliegenden Antrag der Fraktion Linke/Bündnis 90/Die Grünen auf die Tagesordnung zu nehmen. Grundsätzlich sollen Probleme in einer offenen Diskussion geklärt werden, an deren Ende eine demokratische Abstimmung einen Mehrheitsbeschluss ergebe, der dann auch bindend sein müsse. Diese Ausgangslage zum jetzigen Streitpunkt sei leider von einer kleinen Gruppe von Gegnern der Autobahn missachtet worden und führe zur jetzigen Eskalation der Situation. Höhepunkt dieser Eskalation sei die illegale Besetzung eines privaten Waldstücks auf der vorgesehenen A-14-Trasse mit den bekannten Folgen. Die Mehrheit der Seehäuser Bevölkerung habe dafür kein Verständnis, zumal jetzt immer mehr fragwürdige Parolen von „Berufschaoten“ ins Spiel gebracht werden, so Dr. Fiedler. „Ja, ich verurteile die vorgefallenen gewalttätigen Angriffe auf den Seehäuser Bahnhof ausdrücklich. Aber wenn wir eine Erklärung gegen Gewalt abgeben, dann muss diese Erklärung sich auf jede Gewaltanwendung beziehen. Also gegen jede illegale rechtswidrige Besetzung fremden Eigentums unter Inkaufnahme der Gefährdung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit. Gegen jede Art der Vermummung, egal ob Ku-Klux-Klan oder Sturmhauben. Gegen jede Art der Identitätsverweigerung. Ich kann nur mit jemanden reden, der so wie ich, bereit ist, seinen Namen und Wohnort zu nennen. Gegen jede Art der Einschränkung der persönlichen Bewegungsfreiheit. Gegen persönliche Diffamierung und Bedrohung von Familienangehörigen“, so der Standpunkt des 76-jährigen Wischestädters. Direkt an Bohlander richtete er die die Frage, warum die Waldbesetzer nicht Namen und Adresse angeben. Die Antwort: „So gut kenne ich die Menschen nicht.“

Negative Erfahrungen mit den Umweltaktivisten hat Stadträtin Nicole Röhl gemacht. Bewohner der Verbandsgemeinde Seehausen sollen nach Aussage der Kommunalpolitikerin zufolge als Rechte und Nazis beschimpft werden. „Das ist verbale Gewalt, die wehtut.“

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