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Viel Totholz: Seehäuser kritisieren gegenwärtigen Zustand im Schillerhain

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Von: Thomas Westermann

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Totholz im Schillerhain Seehausen
Viel Totholz, teils kreativ verarbeitet, befindet sich nach den Baumfällungen des vergangenen Jahres im Seehäuser Schillerhain. Viele Wischestädter sind mit dem derzeitigen Zustand überhaupt nicht zufrieden.  © Westermann

Seehausen. Etliche Bäume mussten im vergangenen Jahr im Seehäuser Schillerhain zur Gefahrenabwehr gefällt werden. Danach ging es ans Aufräumen. Jede Menge Totholz wurde dabei kreativ verarbeitet. Kunstwerke sollten entstehen. Eine der Akteure war Susanne Figueiredo, die damals sagte: „Unordnung kann auch schön sein.“ Das sehen jedoch verschiedene Seehäuserinnen und Seehäuser ganz anders.

„Viele Bürger sind nicht zufrieden mit der jetzigen Situation“, sagte Dr. Walter Fiedler, Vorsitzender des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus, Soziales und Kultur, während der jüngsten Sitzung des Gremiums in dieser Woche. Die Vielzahl von Totholz werde nicht positiv aufgenommen, fügt der Kommunalpolitiker hinzu. Zudem werden Schilder vermisst, die erklären sollen, was es mit dem gegenwärtigen Zustand auf sich hat. Dr. Fiedler sprach von „dramatischen Veränderungen“ im Schillerhain. Und: Die Bevölkerung sei bei der Gestaltung nicht genügend einbezogen worden.

Der Grund der Unordnung liege am Vorkommen von sehr seltenen Insekten, die in dem Totholz Lebensräume finden. Dies fand Biologe Martin Jahnke heraus. Seit mehreren Jahren kartiert er die Käferfauna im Schillerhain. Dabei hat der Wissenschaftler an alten und abgestorbenen Bäumen insgesamt zehn Käferarten gefunden, die auf den Roten Listen Sachsen-Anhalts oder Deutschlands verzeichnet sind (die AZ berichtete).

Doch viele Seehäuser wollen zum Joggen oder Spazieren gehen ihren Schillerhain, wie sie ihn einst kannten und schätzten. Der Park wurde im Jahr 1859 eröffnet und anlässlich des 100. Geburtstages von Friedrich Schiller nach ihm benannt. Geschaffen hat ihn der Seehäuser Verschönerungsverein.

Alles andere als erfreut vom jetzigen Zustand ist Ausschussmitglied Peter Brandt, der deutliche Worte fand. „Die Leute schlagen die Hände über den Kopf zusammen. Früher war der Schillerhain für Kultur und Sport bekannt. So gab es verschiedene musikalische Veranstaltungen am Karpfenteich. Nun bestehen ‘deponieartige Verhältnisse’.“ Und der Kamerad der wischestädtischen freiwilligen Feuerwehr sieht aufgrund des vielen trockenen Holzes nicht zuletzt eine hohe Brandgefahr.

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