Seehäuser Kommunalpolitiker äußern sich über den beliebten Elberadweg

„Noch mehr Akteure anbinden“

Pedalritter auf dem Elberadweg
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Der Elberadweg ist auf der digitalen ITB zum beliebtesten Radfernweg gekürt worden.
  • Thomas Westermann
    vonThomas Westermann
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Seehausen. Der Elberadweg kämpft sich wieder an die Spitze der beliebtesten Radfernwege. Das ergab die ADFC-Radreiseanalyse, die auf der digitalen Internationalen Tourismusbörse (ITB) präsentiert worden war. Jahrelang belegte der Elberadweg den ersten Platz, nur 2019 hatte der Weserradweg laut dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub den ersten Rang inne. Neu im Ranking der beliebtesten Radrouten und -regionen ist laut Analyse die Altmark auf Platz sechs.

Dr. Walter Fiedler, Seehausens Vize-Bürgermeister und Stadtratsmitglied, sieht die Strecke aus touristischer Sicht von großer Bedeutung an, allerdings ließen die Wegeverhältnisse teilweise zu wünschen übrig. Ein Minuspunkt im Bereich der Verbandsgemeinde sei die mangelhafte Infrastruktur. Zudem fehle es an Möglichkeiten zur Einkehr, um etwas zu verzehren oder zu trinken. „Es müssen ja keine großen Restaurants sein, aber einen Imbiss und ein Getränk sollten die Radler unterwegs schon bekommen.“ Als positives Beispiel nennt er das Café „Anne-Elbe“ in Wahrenberg und wünscht sich mehr derartige Initiativen am Elberadweg auf sachsen-anhaltinischer Seite. Und laut Dr. Fiedler fehlt die Beschilderung zu touristischen Attraktionen in nahegelegenen Orten.

Einige Kilometer verläuft der Elberadweg durch die Gemeinde Altmärkische Wische. Dort ist Willi Hamann Bürgermeister, der in erster Linie die mangelnde Gastronomie als Manko bezeichnet. Er erwähnt das Anglerheim in Neukirchen, das aber „zu wenig geöffnet hat“. Das sei so, da der Betreiber das Heim im Nebenjob bewirtschafte. Positiv sei ihm das bereits erwähnte „Anne-Elbe“ aufgefallen. „Da gibt es leckeren Kuchen und man kann dort prima sitzen.“ Hamann erinnert sich an eine Radtour am Elberadweg in Sachsen. „Da fällt man von einer Gaststätte in die andere, die alle vom Radtourismus leben.“ Ein Minuspunkt sei laut Wische-Bürgermeister die Tatsache, dass verschiedene Abschnitte in Sachsen-Anhalt nur auf dem Deichverteidigungsweg befahren werden können und nicht auf der Deickrone, wie es im Nachbarland Brandenburg durchgängig der Fall sei. „Beim Fahren auf dem Verteidigungsweg fehlt der schöne Blick auf den Fluss.“

Seehausens Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth freut sich, dass der Elberadweg es auf Platz eins geschafft hat. „Er führt ein beträchtliches Stück durch die Region.“ Die Wege seien akzeptabel, wenn auch nicht überall perfekt. Ein Wunsch von ihm ist, noch mehr Akteure am Elberadweg anzubinden. Entwicklungspotenzial sei vorhanden. Er denkt dabei an die gastronomische Versorgung und nennt den Hofladen und das Café der Schäferei Schuster in Beuster als positiv. Kloth kennt auch die andere Elbseite in der Prignitz gut. Dort gebe es offene Hoftore, wo man essen und trinken kann. Dies werde von Leuten im Nebenerwerb angeboten. Man könne dazu keinen zwingen, aber es wäre schön, wenn dies auch in der Altmark möglich wäre.

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