Schwarzwild macht den Jägern Sorgen

Jürgen Hanke, René Jurok und Thomas Musche betrachten hier einige der Lichterfelder Jagdhütte ausgestellten Trophäen des Hegeringes Nördliche Wische.

Lichterfelde - Von Walter Schaffer . Vor Beginn des neuen Jagdjahres finden zur Zeit in den verschiedenen Hegeringen die Trophäenschauen statt. Ein Hegering ist eine Untergliederung der Jägerschaften auf lokaler Ebene und damit nach Landesjagdverband und Kreisjägerschaft die kleinste Organisationseinheit im Deutschen Jagdschutz-Verband. In Lichterfelde trafen sich am Sonnabendnachmittag die Jäger des Hegeringes Nördliche Wische.

Dieser Hegering, so der Vorsitzende Dirk Fürst, sei für ein Areal von 7800 Hektar an jagdlich bewirtschafteter Fläche, darin sind drei Eigenjagden enthalten, für Hege und Pflege verantwortlich. Falkenberg, Lichterfelde, Wendemark, Neukirchen und Werben gehören zu diesem Hegering. Bei der Auswertung des Jagdjahres 2010/2011 stellte er unter anderem fest, dass durch den strengen Winter der Rehbestand gelitten habe und dies trotz der Tatsache, dass viele Jäger Futter gekauft und eine Zufütterung durchführten. Sorgen bereiten den Waidmännern der wachsende Bestand an Schwarzwild, hervorgerufen durch den vermehrten Anbau von Mais, der als energiereiche Pflanzen die Grundlage in vielen Biogasanlagen bildet. In seiner Auflistung der Abschüsse, darin sind auch das Unfall-und Fallwild enthalten, wurde auch der Ist-Zustand mit dem des vergangenen Jagdjahres gegenüber gestellt. Der Abschuss von 250 Stück Rehwild ist bedingt durch den strengen Winter zurück gegangen. 94 Wildschweine, das sind sechs mehr als in 2009/2010, wurden zur Strecke gebracht. Der Abschuss von 119 Füchsen ist rückläufig. Bei den Neozoen wie Waschbär (271) und Mink (32) ist ein Aufwärtstrend zu beobachten, während beim Marderhund mit 21 erlegten Tieren 52 weniger als im Jahr davor geschossen wurden. Die auf dem Bundesjägertag gestellte Forderung nach einer „nationalen Strategie gegen invasiv gebietsfremde Arten“ hat also nach wie vor größte Bedeutung beim Schutz des Niederwildes. Im Vorfeld der Versammlung hatten die Jäger in ihrer Lichterfelder Jagdhütte ihre Jagdtrophäen ausgelegt. Eine Bewertungskommission, bestehend aus Dirk Fürst, Heinz Jähner, Ralf Zacharias und Werner Kurzmann, oblag es nun, jede einzelne Trophäe öffentlich zu bewerten und deren Ergebnis zu protokollieren. Kriterien für das Gehörn eines Rehbockes waren zum Beispiel die Stangenlänge, Geweihgewicht- und -volumen, Auslage, Perlung, Rosen, Spitze der Enden sowie die Regelmäßigkeit. Trophäen haben für die Jagd eine besondere Aussagekraft. So zeigen sie beispielsweise eine Signalwirkung für die Rangordnung und zeigen zudem die Kraft und Stärke eines Tieres an.

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