Vorbereitung der Lammsaison beginnt mit dem Scheren der Schafe

Schwarzköpfen geht es an die Wolle

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Weit weniger Platz brauchen die „nackten“ Schafe in dem bereitgestellten warmen Pferch. Vor Beginn der Lammsaison verlieren die Schwarzköpfischen Fleischschafe in der Schäferei Schuster in Beuster ihre Wolle.

Beuster – Stur wie ein Bock und zahm wie ein Lamm ist ein altes Sprichwort. Diese beiden Eigenschaften treffen natürlich auf das Schaf zu.

Im Betrieb des Schäfermeisters Axel Schuster in Beuster sind es konkret vorwiegend Tiere der Rasse „Deutsches Schwarzköpfiges Fleischschaf“, einer Rasse, die durch Kreuzung und Züchtung heimischer mit englischer Rassen im 19. Jahrhundert in Deutschland Verbreitung fand.

Etwa 15 Schafe durchlaufen in der Stunde bei einem Scherer diese Prozedur.

Für diese mittelgroßen bis großen Schafe ist nun im Betrieb vor Beginn der Lammsaison die Zeit der Schafschur gekommen. Ursprünglich hatten alle Schafe nur so viel Wolle, um sich damit gegen Frost und Regen schützen zu können. Durch Züchtung gelang es, den Wollanteil stark zu vergrößern, was die jährlich stattfindende Schafschur notwendig machte.

Ein zweiter Grund, so Axel Schuster, liege auch darin, dass sich im Sommer die Körpertemperatur durch die Wärmedämmung der Wolle minimal erhöhen könne und damit dem Wohlempfinden der Tiere entgegensteht. Neben der hygienischen Komponente gibt es auch noch einen wirtschaftlichen Vorteil, denn das geschorene Tier braucht weniger Platz im Pferch.

Dem verbreiteten Irrglauben, dass die Schafhaltung durch die anfallende Wolle Profit macht, muss laut Schuster widersprochen werden. Der Erlös aus der Wolle, falls sie überhaupt verkauft werden kann, deckt kaum einen Bruchteil der Kosten, die für die Schafscherer aufgewendet werden müssen.

„Hobbyspinner“ können sich, was den Wollerwerb betrifft, gern mit Schusters in Verbindung setzen. Das Schafscheren ist trotz moderner elektrischer Schermaschinen eine schwere und schweißtreibende Arbeit, die im Akkord vorgenommen wird. Wichtig dabei ist die richtige Fixierung des Tieres, damit es zu keinen Verletzungen von Mann und Tier kommen kann.

Auch unnötiger Stress beim Schaf wird damit vermieden. Das eingespielte Team unter der Leitung des Kolonnenführers Christian Blath war am Wochenende mit seinem Team fast pausenlos im Einsatz, um die Schwarzköpfe von ihrer überschüssigen Wolle zu befreien. Der Kolonnenführer ist gelernter Schäfer sowie Schafscherer und besucht seit 1990 die Schäferei Schuster in Beuster, um mit seiner Kolonne den Schafen ein neues Outfit zu verpassen. Die Tiere bleiben übrigens jetzt für mehrere Wochen im Stall, bis es draußen wieder wärmer wird und genügend Futter auf den Weideflächen wächst.

VON WALTER SCHAFFER

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