Schöne Gesänge in St. Petri

„Ein Festschmaus für Augen und Ohren“, so ein Besucher beim Anblick der singenden Mädchen. Der Mädchenchor Wernigerode begeisterte das Publikum in St. Petri.

Seehausen - Von Walter Schaffer. Ein Konzert der Extraklasse gab es in der Seehäuser Petrikirche. Der Mädchenchor Wernigerode begeisterte das Publikum mit seinem reichen Repertoire.

Anlässlich seiner Altmarktour gab der Mädchenchor Wernigerode ein Konzert. Auf dem Tourneeplan standen die Orte Letzlingen Tripkau, Seehausen, Arendsee und Salzwedel. In einigen der Orte, so auch in Seehausen, waren die 50 Mädchen bei Gasteltern untergebracht. Dem Mädchenchor gehören Schülerinnen der neunten bis zwölften Klasse des Landesgymnasiums für Musik in Wernigerode an. Interessierte Mädchen haben die Möglichkeit, nach einem bestandenen musikalischen Eignungstest, diese traditionsreiche Ausbildungseinrichtung zu besuchen und eine musikalische Spezialausbildung zu erhalten. Dem Gymnasium ist ein Internat angegliedert. Der Chor zählt zu den führenden seiner Art in Deutschland. Durch Gastspiele und internationale Wettbewerbserfolge wurde er auch weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Der 1997 gegründete Chor entwickelte sich aus den damaligen Spezialklassen für Musikerziehung zu einem Ensemble, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, die spezifische Literatur für Mädchen- beziehungsweise Frauenchor zu erschließen und in souveränen Interpretationen zu verbreiten.

Mit einer entsprechenden Erwartungshaltung kamen dann auch die vielen Besucher am späten Nachmittag in die St. Petrikirche. Es waren mehr als erwartet, denn die gedruckten Eintrittskarten reichten nicht aus, und so musste improvisiert werden. Die Mädchen und ihr Chorleiter Steffen Drebenstedt saßen nach der Chorprobe noch bei Kaffee, anderen Getränken, Schnittchen und Kuchen im Gemeinderaum, bevor sie die brokatgelbe Chorkleidung anlegten und geschlossen unter dem Beifall der Besucher in St. Petri einmarschierten. Nach der Begrüßung durch Kantor Friedemann Nitsch wurde der geistliche Liedteil mit „Cantate Domino“ von Giovanni Croce eröffnet. Eine moderne Jazzmotette leitete über zur weltlichen Musik. Nach Trennung der Chormitglieder erfreute der Kammerchor mit „Goodnight My Angel“. Deutsche und internationale Volkslieder standen dann zum Beispiel mit „Das Lieben bringt groß Freud“ oder mit der mexikanischen Volksweise „La Bamba“ auf dem Programm. Im Bereich der Unterhaltungsmusik war dem Applaus nach Harry Warrens „Chattanooga choo choo“ der absolute Renner. Auch Abendlieder, wie zum Beispiel „Nachtgruß“ von Alexis Hollaender, waren zu hören. Da der Beifall schon nach den einzelnen Liedern sehr stark war, konnte natürlich eine Zugabe schon fast eingeplant werden. Dies war wieder ein Konzertereignis der Extraklasse, darüber waren sich wohl alle Besucher einig.

Nach dem Konzert wurde die Chorkleidung abgelegt, und die Mädchen versammelten sich auf dem Kirchplatz, um ihren Quartiereltern zugeordnet zu werden. Die nächsten Stationen für diese Altmarktour waren Arendsee und Salzwedel.

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