Seehäuser Bahnhofstunnel nach Graffiti-Kunst erneut verunstaltet

Schmierereien ohne Ende

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Die Verschönerungen mit Graffiti-Kunst im Seehäuser Bahnhofstunnel wurden mittlerweile beschmiert. Auch die Verschmutzungen des Terrains werden nicht weniger. 

Seehausen. Jugendliche aus Seehausen wollen für ihre Stadt ein schöneres Antlitz.

Diesbezüglich ergriff der Nachwuchs mit Unterstützung des Stendaler Vereins „KinderStärken“ im Herbst des vergangenen Jahres die Initiative und verschönerte den düsteren und beschmierten Bahnhofstunnel in der Wischestadt mit Graffiti-Kunstwerken. Eigentlich haben die Sprayer eine Art Ehrenkodex – dort, wo Wände farbenfroh gestaltet werden, wird nicht drüber gesprüht. In Seehausen ist es hingegen anders: Die vielen schönen und kreativen Motive wurden wieder beschmiert.

Besonders empört darüber zeigt sich Seehausens Stadtratsmitglied und Radtouristikerin Susanne Bohlander (Bündnis 90/Die Grünen), die den Bahnhof in der Hansestadt häufig nutzt, um mit ihrem Drahtesel von A nach B zu kommen. „Es ist alles beschmiert und überall liegt Müll herum“, ärgert sich die Kommunalpolitikerin. Die Stadt sollte eine Anfrage an die Bahn stellen, wie oft kontrolliert und gereinigt werde, fordert die Losenraderin und wünscht sich für den Bahnhofstunnel einen abwaschbaren Graffitischutz.

Seehausens Bürgermeister Detlef Neumann (UWG) weiß, dass die Bahn laut ihrer Aussage einmal wöchentlich das Terrain reinige. Für Bohlander angesichts der großen Verschmutzungen zu wenig. Vize-Bürgermeister Dr. Walter Fiedler (CDU) hat seine eigene Sicht auf die Dinge. Wie er sagte, solle man den Schwarzen Peter nicht der Bahn zuschieben. „Es sind unsere Leute, die die Schmierereien und Verschmutzungen verursachen. Die Menschen müssen erzogen werden“, fügt der Christdemokrat hinzu.

Von Thomas Westermann

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