Schmelzer „dieselt“ durch Europa

Altmärker fährt seit 2004 mit Ruggerini-Motor, Enfield-Getriebe und MZ-Rahmen

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„Verdieselt und bewegt“ wurde und wird diese MZ aus dem Jahr 1986 seit 2004. Manfred Schmelzer baute das Motorrad um, welches bisher problemlos „dieselt“ und sich „trotz erheblicher Vibrationen bester Gesundheit“ erfreue.

Bretsch. Er war mit seiner Maschine unter anderem in Istanbul und in La Palma. Über 50 000 Kilometer zeigt der Tacho an. Interessiert zeigen sich all jene, die das Gefährt von Manfred Schmelzer sehen.

Aus diesem Grund führt er immer ein in Folie geschweißtes Info-Blatt mit, auf dem die technischen Daten vermerkt sind. Wer sich auf Reisen beginnt, kann eben etwas erzählen.

Eine Fahrt, die etwas kurios war, führt den Mann aus Bretsch ins nicht zu weit entfernte Vinzelberg. „Es herrschte dichter Nebel“, erinnert er sich. „Ich fuhr langsam, der Motor tuckerte in niedriger Drehzahl. Da hielt mich die Polizei an.“ Und fragte: „Was ist denn das?“ Vermutet hatten die Beamten einen Traktor, dessen einer Scheinwerfer defekt ist. Doch es kam Manfred Schmelzer mit seinem Motorrad. Warum der nach einem Traktor klingt? „Ein Zweizylinder-Diesel-Motor von Ruggerini mit 850 Kubikzentimeter Hubraum und rund 20 PS hat seinen Weg aus einem Rüttler, wie man ihn von Baustellen kennt, in den Rahmen einer MZ gefunden“, berichtet der Schrauber nicht ohne Stolz. Das Fahrzeug aus dem Jahr 1986 habe seit dem Umbau 2004 „die auf dem Tacho ersichtlichen Kilometer problemlos gedieselt und erfreut sich trotz erheblicher Vibrationen bester Gesundheit.“

Letztere gehörten zu den Nachteilen, die der Dieselbetrieb mit sich bringe. Dafür bekomme man neben einem satten Klang aber auch einen geringeren Verbrauch. Bei einer Durchschnittgeschwindigkeit von 80 km/h würden zwei Liter auf 100 Kilometer reichen. Man käme damit von Stendal aus bis zur Grenze der Schweiz. In den Pyrenäen sei der Verbrauch allerdings weit über drei Liter gestiegen, erinnert sich Schmelzer weiter.

Dieser hatte sich auf den Artikel über das Dieselmotorrad vom Geestgottberger Karlheinz Kallmeter bei der AZ gemeldet. „Ich bin neugierig, welche Teile Herr Kallmeter verbaut hat und möchte ihn bald treffen.“ Dann könne Schmelzer ihn auch davon überzeugen, dass Kallmeter nicht der einzige Dieselfahrer unter den Motorradfreunden in Sachsen-Anhalt ist. Vielleicht lässt sich eine gemeinsame Ausfahrt zu einem Diesel-Motorrad-Treffen organisieren.

Von Alexander Postolache

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