Seehäuser Rückzugsort bringt weiterhin Menschen interkulturell zusammen

Rund um das Refugium

+
Tamim aus Afghanistan zeigt hier am Lehmbackofen seinen Projektvorschlag. Fotos (3): Schaffer

Seehausen. Als Refugium wurde schon im Mittelalter unter anderem ein Haus in einer Stadt bezeichnet, in welches sich Brüder und Schwestern eines Klosters zurückziehen konnten, wenn ihr Domizil durch Kriegshandlungen bedroht war.

Insofern ist der Name Refugium für die Wohnstätte von jugendlichen unbegleiteten Flüchtlingen aus Kriegsgebieten durchaus gut gewählt. In diesem Haus am Winckelmannplatz in Seehausen, welches vom Diakoniewerk Osterburg unterhalten wird, fanden zur Zeit seiner Gründung zehn männliche Jugendliche Unterkunft, Hilfe und Betreuung.

Inzwischen haben zwei dieser Flüchtlinge das Erwachsenenalter erreicht und das Refugium verlassen. Sie haben in Seehausen eine Wohnung bezogen. Sie und die anderen jungen Männer aus Syrien, Afghanistan und Somalia organisierten mit ihren Betreuern und Helfern einen Begegnungstag, an dem gleichzeitig ein neues Projekt gestartet wurde. Für diesen Tag hatten sich die in Seehausen wohnenden tschetschenischen Familien etwas Besonderes als Dankeschön ausgedacht.

Sie bereiteten für alle ein „tschetschenisches Buffet“, welches dann um die Mittagszeit gestürmt wurde. „Dies war an diesem Tage schon ein echter Höhepunkt und nicht nur ich war davon begeistert, mit wie viel Liebe und Mühe hier für uns alle gekocht wurde, wobei die vorbereitenden Arbeiten schon am Samstag erfolgten“, so die Leiterin der Einrichtung, Birgit Neubert. Platz für Vielfalt hieß es dann beim Projektstart, in dem es um die persönliche Anfertigung und Gestaltung eines Sitzmöbels ging. Die genial einfach zu zusammensteckenden Stühle konnten die Jugendlichen schon bei „Susanne und Eduardo“ bei „Elements“ in Vielbaum sehen. Die 24 rohen Buchenholzplatten wurden den Jugendlichen zur Verfügung gestellt. Nun galt es, Projektgruppen zu bilden und die kreativen Vorstellungen des endgültigen Aussehens auf Papier zu bringen. Unter den fünf aufgestellten Pavillons waren benötigte Materialien zur künstlerischen Gestaltung und Werkzeuge aufgebaut. Unterstützung gab hier auch der Hausmeister Dirk Henschel. An zwei weiteren Sitzplatzgestaltungstagen (30. April und 7. Mai) sollen diese Möbel fertig werden. Den Abschluss und die Präsentation der Ergebnisse gibt es am 13. Mai von 14 bis 17 Uhr im Refugium.

Die ausländischen Jugendlichen wurden bei diesem Begegnungstag wieder von Schülern des MAG mit ihrer Lehrerin Michaela Steinke und Schülern der Gemeinschaftsschule „J.J. Winckelmann“ mit der Sozialarbeiterin Mandy Gauditz sowie weiteren freiwilligen Helfern unterstützt.

Von Walter Schaffer

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare