Großes Interesse beim gestrigen Aktionstag Ethik im Seehäuser Agaplesion-Diakoniekrankenhaus

Rund um die Patientenverfügung

Das Ethikkomitee des Seehäuser Agaplesion-Diakoniekrankenhauses um Vorsitzende Sylke Werthe (2.v.l.) beim gestrigen Aktionstag in der medizinischen Einrichtung. Fotos (2): Westermann

Seehausen. Einen Aktionstag Ethik gab es gestern im Seehäuser Agaplesion-Diakoniekrankenhaus. Verantwortlich dafür zeichnete das an der medizinischen Einrichtung in 2009 gegründete Ethikkomitee um Vorsitzende Sylke Werthe. Und das Interesse an dieser Veranstaltung war riesig.

Der Schulungsraum war voll besetzt, als Narkoseärztin Werthe die Interessenten begrüßte und die Komiteemitglieder sich vorstellten. Zudem berichtete die Vorsitzende über die Tätigkeitsfelder des Gremiums. So setze sich der Mensch in der Ethik mit grundlegenden Wertfragen auseinander. Er versuche zu beurteilen, was gut und richtig sei. Ethik sei offensichtlich das Nachdenken über moralisches Handeln. In der Medizin beziehen sich diese Aspekte auf den Umgang mit den Patienten in der Diagnostik, Therapie und der allgemeinen Betreuung. Auch dabei müsse jeden Tag hinterfragt werden, ob eine Behandlung richtig und notwendig sei und ob sie dem Patienten eher nütze als dass sie Schaden zufügen könnte.

Das Ethikkomitee setzt sich mit verschiedenen Problemfeldern wie beispielsweise Organspende, Demenz, Sterbebegleitung und künstliche Ernährung auseinander und bietet entsprechende Beratung an. Beim gestrigen Ethiktag stand die Patienverfügung im Mittelpunkt. Dazu hatte die Theatergruppe „Hahn im Korb“ einen Auftritt, um für das wichtige Thema zu sensibilisieren. Und die Patientenverfügung war auch Inhalt des Referats von dem in zwei Hallenser Krankenhäusern tätigen Seelsorger Reinhardt Feuersträter. Er verwies unter anderem auf das Selbstbestimmungsrecht, das die Grundlage für die Patientenverfügung sei. Erläuterungen gab Feuersträter anhand eines Beispiels und machte deutlich, dass eine Vorsorgevollmacht noch wichtiger als die Patientenverfügung sei. Außerdem ging Feuersträter auf rechtliche Fragen in Grenzsituationen ein. Im Anschluss war eine Diskussionrunde angesagt. An verschiedenen Ständen waren die Mitglieder der Ethikkommission präsent, hielten Informationsmaterialien bereit und beantworteten Fragen – so beispielsweise Dr. Walter Fiedler zur Organspende.

Anästhesistin Sylke Werthe verfolgte mit dieser Veranstaltung für die Öffentlichkeit ein Ziel: Es sollte die Angst genommen werden, über das Thema zu sprechen. Am Nachmittag fand der Aktionstag Ethik für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Agaplesion-Diakoniekrankenhauses seine Fortsetzung. Die Veranstaltung ähnelte der am Vormittag, war allerdings etwas spezieller für die Medizinberufe aufgebaut.

Von Thomas Westermann

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