Verwaltungschef der Verbandsgemeinde Seehausen verfasst Entwurf zur Raubtier-Problematik

Rüdiger Kloth zielt auf den Wolf

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Der Wolf breitet sich bundesweit aus. Seehausens Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth bezieht Stellung.

Seehausen. Der Wolf sei in der Verbandsgemeinde Seehausen angekommen, schreibt Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth in einem Entwurf zur Stellungnahme hinsichtlich des Raubtiers.

Die Sichtungen auch in unmittelbarer Nähe und teilweise innerhalb der Ortslagen seien keine Seltenheit mehr. In diesem Jahr kam es mehrfach auch zu Rissen an Wild und Nutztieren – nur wenige hundert Meter von Wohngrundstücken entfernt. „Vor zwei bis drei Jahren hieß es noch, dass Begegnungen mit dem scheuen Wolf oder das Reißen von Nutztieren eine sehr seltene und absolute Ausnahme bleiben werden. Die Realität sieht heute ganz anders aus“, fügt der Aulosener hinzu.

Die offiziell verlautbarte Anzahl von Rudeln und Wölfen in der hiesigen Region könne nicht stimmen. „Offiziell soll es nur ein Rudel im Prezeller Forst und in der Klietzer Region geben. Dazu passt nicht die rasant gestiegene Anzahl der Sichtungen von Einzelwölfen und sogar Jungtieren.“ Die Bevölkerung sei verunsichert und es machen sich Ängste breit. Eltern und Kita-Erzieherinnen fragen sich, ob Waldprojekte oder Spaziergänge im Wald noch gefahrlos vorgenommen werden können. „Die Mitglieder des Verbandsgemeinderates nehmen die Ängste in der Bevölkerung ernst.“

Die Verbandsgemeinde Seehausen sei größtenteils landwirtschaftlich geprägt, so Kloth weiter. Es dominieren Rinder- und Pferdehaltung sowie Schafzucht. Die Schafhaltung habe noch dazu eine große Bedeutung für die Unterhaltung der Deiche in der Elbe-Aland-Niederung. „Mit Sorge nehmen wir den Umgang mit der Berufsgruppe seitens des Umweltministeriums zur Kenntnis.“ Die Verfahrensweise zur Anerkennung von Schäden durch Wolfrisse und zur Beantragung und Höhe von Entschädigungszahlen seien nicht akzeptabel. Es sollten diejenigen die Verantwortung auch finanziell übernehmen, die die Ausbreitung des Wolfes wünschen und unterstützen. „Wer den Wolf will, der sollte auch für die Folgekosten aufkommen.“

Von Thomas Westermann

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