„Näher an dem Bürger dran“

Rüdiger Kloth nennt seine Gründe zum Eintritt in die Partei Freie Wähler

Rüdiger Kloth ist nun Mitglied bei den Freien Wählern. Der AZ schildert er seine Gründe.
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Rüdiger Kloth ist nun Mitglied bei den Freien Wählern. Der AZ schildert er seine Gründe.

Seehausen – Rüdiger Kloth, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Seehausen, war ein christdemokratisches Urgestein. 1998 trat er der CDU bei.

Da er kritische Äußerungen zum Stendaler Wahlskandal machte, der seiner Meinung nach ungenügend aufgearbeitet worden war, drohte ihm ein Parteiausschlussverfahren. Um dem zuvorzukommen, verließ er die Partei (die AZ berichtete).

Gemeinsam mit seinem Osterburger Amtskollegen Nico Schulz gründete der Aulosener das Bündnis Pro Altmark und zog damit erfolgreich in den Stendaler Kreistag ein. Mittlerweile hat er genau wie Schulz in der kleinen Partei Freie Wähler eine neue politische Heimat gefunden.

Die Freien Wähler entstanden übrigens als überregionale Vereinigung kommunaler Wählergemeinschaften. Die Stärkung der Kommunen und der Anspruch, unabhängige Sachpolitik zu betreiben, gehören zu ihrem programmatischen Kern. Die größten Erfolge feiert die Partei in Bayern, wo sie im Landtag vertreten ist. Ihrem Selbstverständnis nach verstehen sich die Freien Wähler als alternatives Wahlangebot zu den etablierten Parteien und betonen ihre strikte Sachorientierung.

Und gerade Letzteres findet Kloth richtig gut. Er sieht die kleine Partei „näher an dem Bürger dran“, als die großen Parteien. Ein Beispiel dafür ist die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge, die die Freien Wähler auf der Agenda haben. Sachsen-Anhalt ist laut Seehausens Verbandsgemeindebürgermeister das einzige Bundesland, das noch solche Beiträge erhebt. Zudem meint der Verwaltungschef, dass die Freien Wähler die Interessen von Berufsgruppen besser vertreten und denkt dabei an die Landwirte. Diese fänden bei größeren Parteien kaum Gehör. Dabei seien die Bauern im hiesigen ländlichen Raum sehr wichtig. Mit seinem Beitritt zu den Freien Wählern hat er einige Altmärker irritiert, wie der Bürgermeister im AZ-Gespräch sagte. Sie denken, dass damit das Bündnis Pro Altmark nicht mehr existiert. Dem sei nicht so. „Pro Altmark ist überparteilich, dort können sowohl Freie Wähler als auch Christ- und Sozialdemokraten mitarbeiten.“

VON THOMAS WESTERMANN

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