Wohnungsbaugesellschaft investiert 360 000 Euro / Wenig passende Wohnungen für Flüchtlinge

GBS reißt ab – und hübscht auf

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Das Gebäude in der Otto-Nuschke-Straße in Seehausen soll saniert werden.

Seehausen. Zwei größere Projekte wird die Gesellschaft für Bauen und Wohnen Seehausen (GBS) in diesem Jahr angehen: Ein großes Wohnhaus muss abgerissen werden, ein weiteres wird auf Vordermann gebracht. Insgesamt werden dabei voraussichtlich etwa 360 000 Euro bewegt.

Hübsch soll es werden in der Otto-Nuschke-Straße 47/49. Dort soll die Fassade eines Gebäudes des GBS mit 14 Wohneinheiten saniert werden. Konkret bedeutet das: Fassade erneuern, Dämmung, neue Balkone, sowie eine „Wohnumfeldgestaltung“ mit Erneuerung von Kellereingängen, Wegen oder Grünanlagen, wie es Sabine Dietrich, Chefin des kommunalen Unternehmens, erklärt. Sie rechnet mit Kosten von etwa 260 000 Euro.

Ein Gebäude mit 26 Wohneinheiten in der Lindenstraße soll hingegen abgerissen werden.

Um den Abriss geht es in der Lindenstraße: Die Nummer 35 a bis c soll dort weichen. Die Stadt hatte für diesen Abriss im vergangenen Jahr Fördermittel aus dem Programm „Stadtumbau Ost“ beantragt, Ende November kam die Zusage. 100 000 Euro würde der Abriss etwa kosten, schätzt Dietrich, 80 Prozent davon würden durch das Förderprogramm vom Bund bezahlt. Betroffen sind hier 26 Wohneinheiten. Den Mietern musste gekündigt werden. „Die Kündigungen wurden persönlich übergeben“, sagt die GBS-Chefin, „verbunden mit einem klärenden Gespräch.“ Den Menschen wurden Ersatzwohnungen, die ebenfalls im GBS-Besitz sind, angeboten – sie könnten, so gut es der Gesellschaft möglich ist, wählen, wie sie wohnen wollen. Raum ist genug: Die Gesellschaft hat etwa 500 Wohnungen, davon stehen etwa 100 leer.

In einen Teil dieser Wohnungen sind auch Flüchtlingen gezogen: Fünf Wohnungen der GBS werden von Asylsuchenden genutzt. Der Landkreis, der sich um die Unterbringung der Flüchtlinge kümmern muss, hatte im vergangenen Jahr nach Wohnmöglichkeiten angefragt, Dietrich konnte ihm eine Liste mit 20 infrage kommenden Wohnungen schicken. Dabei hat der Landkreis nach wie vor das Problem, dass Flüchtlinge oft als große Familien untergebracht werden müssen – sie haben meist mehr Kinder als Deutsche. Die Seehäuser Gesellschaft hat aber Wohnungen in einer adäquaten Größe nicht in der benötigten Zahl im Bestand, so Dietrich. Das liegt daran, dass man üblicherweise eher kleinere Mietergruppen unterbringe.

Von Kai Hasse

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