Christel Lamberts und ihr Partner üben Kritik

Radwegebau an der B190: „Es ist eine Fehlplanung“

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Direkt an der Zufahrt zum Grundstück von Christel Lamberts soll der Radweg parallel zur B 190 verlaufen. Da sie sich um ein Taxiunternehmen kümmert, wittert sie aufgrund des daraus resultierenden Verkehrs Gefahren für Radler. Ihre Alternativvorschläge blieben ungehört.

Seehausen – Der geplante Radweg an der B 190, konkret an der Arendseer Straße zwischen Ampelkreuzung bei Seehausen und kurz vor der Tankstelle Hoyer, soll in den nächsten Wochen und Monaten entstehen.

Christel Lamberts und ihr Lebensgefährte Manfred Schulz haben generell nichts gegen Pisten für die Pedalritter, weil sie selbst gern Rad fahren und sich über ausgebaute Strecken für die Drahteselfreunde freuen, aber direkt an ihrem Grundstück vorbei – das geht doch zu weit.

Und die Bedenken der beiden Altmärker könnten durchaus berechtigt sein. Lamberts kümmert sich um ein Taxiunternehmen, die Autos fahren vom Grundstück auf die B 190 auf – eine Gefahrenquelle für die Radfahrer. Alternativvorschläge, die die Frau machte, wie beispielsweise den Weg auf der gegenüberliegenden Straßenseite verlaufen zu lassen, wurde von der Straßenbaubehörde abgelehnt. Verschiedene Vor-Ort-Termine haben in soweit gefruchtet, dass der Grundstückseigentümerin ein Flächentausch angeboten wurde, der für sie allerdings nicht sonderlich zufriedenstellend sei.

Und ihr Lebenskamerad macht im AZ-Gespräch noch mal deutlich, dass das Vorhaben – „über die Zufahrt, einen Radweg zu schaffen, ein unzumutbares Bauprojekt ist. Es ist eine Fehlplanung. “.

Und dies sie nicht nur angesichts der erwähnten Zufahrt so zu sehen. Christa Lamberts weiß, dass der Radwegebau an der besagten Tankstelle seinen Abschluss findet. „Dann wird auf die Fertigstellung der A 14 und eines in diesem Zuge zu bauenden Wirtschaftsweges gewartet. Dieser soll hinter der Tankstelle beziehungsweise der A 14 entlangführen und dann wieder an der B 190 angebunden werden. Wer glaubt, dass der Radweg nach Fertigstellung der A 14 weitergebaut wird, hat weit gefehlt.

Die Planung sieht vor, dass auf den Bau der B 190 – laut Bundesverkehrswegeplan nicht vor 2030 – gewartet wird, um die B 190 herabstufen zu können. Diese soll dann bis Leppin als Wirtschaftsstraße für landwirtschaftliche Fahrzeuge und Radfahrer dienen. Aber wie sieht es mit der Sicherheit der Radfahrer aus?“, so Lamberts. Sie möchte als Radfahrerin einen entsprechenden Weg, der lediglich von Pedalrittern und nicht von Mähdreschern und Traktoren genutzt wird.

„Ich wünsche mir, dass die Verantwortlichen der Landesstraßenbaubehörde Nord über diesen circa 300 Meter langen Radwegbau noch einmal nachdenken und zu gegebener Zeit einen Radweg durchgängig von Seehausen nach Arendsee planen, der für Radfahrer und, zwar nur für Radfahrer, gebaut wird.“ Und die Frau erlaubt sich eine Bemerkung, die nicht direkt mit dem Radweg zu tun hat.

„Die Stadt Seehausen bemüht sich seit Jahren – leider bisher erfolglos – um Fördermittel zur Erhaltung des Waldbades. Da fragt man sich doch, ob das für den Radweg bereitgestellte Fördergeld nicht sinnvoller eingesetzt werden könnte.“ Und Lebensgefährte Manfred Schulz ergänzt die Aussage von Christel Lamberts: „Das Geld sollte man ins Waldbad stecken, dann tut man etwas für Kinder und Jugendliche. Derzeit ist der Radweg überflüssig, weil er einfach unvollendet ist.“

VON THOMAS WESTERMANN

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