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Radler-Hotel im Waldbad

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Der noch junge Förderverein für das Seehäuser Waldbad hat konkrete Ideen, wie die Freizeitstätte in den nächsten
Der noch junge Förderverein für das Seehäuser Waldbad hat konkrete Ideen, wie die Freizeitstätte in den nächsten Jahren gestaltet werden könnte. Vorsitzender Dr. Walter Fiedler (l.) informierte diesbezüglich Kommunalpolitiker und zeigte ihnen das Objekt.

Seehausen. Der noch junge Förderverein für das Seehäuser Waldbad um Vorsitzenden Dr. Walter Fiedler hat schon Ideen, wie die beliebte Freizeitstätte in den nächsten Jahren auf Vordermann gebracht werden könnte.

Diese schilderte er den Mitgliedern des Ausschusses für Wirtschaftsförderung und Tourismus der Verbandsgemeinde Seehausen und den Angehörigen des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus, Kultur und Soziales, die sich am Donnerstagabend vor Ort zur gemeinsamen Sitzung trafen.

Am Bad, das im nächsten Jahr 75 Jahre alt werde, nage der Zahn der Zeit. Es sei fünf Minuten vor Zwölf, sagte Dr. Fiedler, der den Kommunalpolitikern das Gelände zeigte und sich dahingehend äußerte, dass das Bad nicht so bleiben werde, wie es gegenwärtig sei. Derzeit schweben dem Verein drei Schwerpunkte vor. Darin enthalten sei laut Dr. Fiedler die Sanierung des Gebäudes und die Umgestaltung der einstigen Bademeisterwohnung zu einem Radler-Hotel.

Dafür soll die Gesellschaft für Bauen und Wohnen Seehausen (GBS) als hundertprozentiges Tochterunternehmen der Stadt mit ins Boot geholt werden. Hinzu gesellen sich in diesem Bauabschnitt die Herrichtung der sanitären Anlagen und die Sanierung der Umkleidekabinen. Bei letzteren sollte jedoch der historische Anblick erhalten bleiben.

Der zweite Abschnitt beinhaltet die Außenanlagen mit Spielplatz. Dr. Fiedler schwebt zudem vor, eine Bootsanlegestelle am Aland zu schaffen, von wo aus in Richtung Osterburg oder Schnackenburg gepaddelt werden könnte.

Der dritte Bereich umfasst das Schwimmerbecken, das von der Größe her reduziert werden könnte, um dadurch Unterhaltungskosten zu sparen. Der Chef-Förderer fügte diesbezüglich als positives Beispiel das vor einigen Jahren umgestaltete Bad in Karstädt in der Prignitz an, das von der Wittenberger Bäder GmbH betrieben wird, die auch für das Waldbad in Seehausen verantwortlich zeichnet. Dr. Fiedler brachte zudem ins Gespräch, dass die Einrichtung der Stadt pro Jahr 60 000 bis 70 000 Euro kostet. Es sei zu überlegen, ob sich die Verbandsgemeinde an der Finanzierung beteilige. Dies könne den städtischen Haushalt entlasten, zumal nicht nur Seehäuser die Freizeitstätte nutzen, sondern viele weitere Einwohner aus umliegenden Orten.

Seehausens Stadtoberhaupt Ewald Duffe sprach beim Rundgang eine Vision an, die er habe. Da die Agrargenossenschaft Seehausen unweit des Bades ein Blockheizkraftwerk betreibe, könnte ein Teil der Energie für das Beheizen des Schwimmerbeckens genutzt werden und dadurch der Badebetrieb verlängert werden.

Laut Dr. Fiedler sei es ein langer Weg bis die Ideen umgesetzt werden können. Stadtverantwortliche und Förderverein hoffen bei der Finanzierung auf Fördergeld aus dem Leader-Programm. Immerhin handelt es sich bei der Waldbadumgestaltung um ein touristisches Projekt. Bürgermeister Duffe und das Bauamt der Verbandsgemeinde haben schon mal eine Vorschlagsliste für mögliche Leader-Vorhaben erarbeitet. Auf dieser befindet sich das Waldbad an erster Stelle.

Auf der Sitzung gab es dann eine Überraschung für den Förderverein. GBS-Geschäftsführerin Sabine Hiller überreichte einen Scheck in Höhe von 755 Euro an Dr. Fiedler. Das Geld spendeten Gäste anlässlich der Festveranstaltung 20 Jahre Gesellschaft für Bauen und Wohnen Seehausen. Der auf der Sitzung anwesende Geschäftsführer des Sozialtherapeutischen Zentrums Gut Priemern, Uwe Lenz, der Ausführungen zu Leader machte, stockte die Summe auf 1000 Euro auf, indem er zusicherte, in den nächsten Tagen 245 Euro überweisen zu wollen. Dr. Fiedler weiß auch schon, wie das Geld eingesetzt werden soll. Für das Nichtschwimmerbecken ist der Kauf eines Sonnensegels vorgesehen.

Von Thomas Westermann

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