Innenminister will Vorgehensweise bei versuchter Abschiebung von syrischer Familie aufarbeiten

Auf Protestresolution reagiert

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Diese syrische Familie wurde laut Kommunalpolitiker Bernd Kloss „nachts und mit martialischem Aufgebot drangsaliert“. Seehäuser verfasten eine Protestresolution. Innenminister Stahlknecht will den Vorgang aufarbeiten. Ergebnisse liegen noch nicht vor.

Seehausen. Gegen die Vorkommnisse der versuchten Abschiebung der syrischen Familie Haghamdo aus der Wischestadt haben 30 Besucher Ende Februar bei einer Veranstaltung des Gesprächskreises „Seehausen links“ protestiert (die AZ berichtete).

Die Unterschriftenliste ging Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht zu. „Es gibt jetzt – nein, keine Antwort, aber immerhin eine Reaktion vom Ministerium für Inneres und Sport“, so Bernd Kloss, Mitglied im Verbandsgemeinderat Seehausen und Hauptinitiator der Veranstaltungen von „Seehausen links“. In dem Schreiben aus Magdeburg heißt es: „Zu den Gegebenheiten vor Ort habe ich von allen Beteiligten einen Bericht abgefordert. Die Auswertung wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Sobald ein Ergebnis vorliegt, komme ich auf Ihre Bitte um Stellungnahme unaufgefordert zurück. “.

Es sei erfreulich, dass viele Menschen in Seehausen an diesem Vorgang, am Schicksal der Familie Haghamdo teilnehmen, meint Kommunalpolitiker Kloss. Positiv auch die Diskussionen im Kreistag und in den Medien, fügt der Wanzeraner hinzu. Dies habe offensichtlich auch bewirkt, dass diese versuchte Abschiebung nicht geräuschlos über die Bühne gegangen sei. „Bürger nehmen die Werte des Grundgesetzes – die Würde des Menschen – ernst und sind aufmerksam und anteilnehmend, wenn in ihrer Gemeinde nachts und mit martialischem Aufgebot Menschen drangsaliert werden. Mit dieser Aufmerksamkeit – der Bundespräsident würde das als Tugend bezeichnen – muss rechnen, wer in Magdeburg oder Berlin auf Abschiebung und Härte setzt“, findet Kloss.

Von Thomas Westermann

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