Projekt soll mobile Nahversorgung in den Dörfern für die Zukunft sichern

Mit „Mona Lisa“ aus der Misere

Menschen am Konsum in Groß Garz
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Zur Diskussionsrunde über die ländliche Nahversorgung hatte am Mittwoch der Gesprächskreis „Seehausen links“ vor der Konsumverkaufsstelle in Groß Garz eingeladen. Für die musikalische Umrahmung sorgte Daniel Braun.
  • Thomas Westermann
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Groß Garz. Die Gaststätte, landwirtschaftliche Betriebe, die Kirche, die Schule und der Konsum – in Groß Garz ist noch einiges vorhanden, was ein Dorf ausmacht. Altmarkweit – auch in der Verbandsgemeinde Seehausen – ist das eher die Ausnahme.

Die Versorgung im ländlichen Raum liegt im Argen. In den vergangenen Jahren wurden die Dörfer leerer und ärmer. Noch vor einigen Jahren gab es Verkaufsstätten und Getränkestützpunkte in Pollitz und Aulosen – alles weg. Erfreulicherweise hat sich der Konsum in Groß Garz gehalten. Hofläden zum Beispiel in Drüsedau, Lindenberg und Beuster sind regionale Versorger und Marktbeschicker, mobile Verkaufswagen kommen an die Haustür.

Um eine bessere Nahversorgung zu erzielen, arbeiten die Verbandsgemeinde Seehausen und die Einheitsgemeinde Osterburg am Projekt „Mona Lisa“, das über das Bundesprogramm „LandVersorgt“ läuft. Seehausens Wirtschaftsförderin Lisa Weigelt stellte es am Mittwoch in Groß Garz vor, wo der Gesprächskreis „Seehausen links“ um Bernd Kloss zur Diskussionsrunde am Konsum eingeladen hatte. Ziel sei es, den örtlichen Handel zu unterstützen. Aufgrund der fehlenden Einkaufsmöglichkeiten auf den Dörfern müssen Bürger oft weite Wege in Kauf nehmen, um sich mit Lebensmitteln und anderen Dingen zu versorgen. Gleichzeitig werden die Orte von zahlreichen mobilen Dienstleistern, wie Apotheken, Pflegediensten und Physiotherapeuten angefahren. Mit „Mona Lisa“ soll erforscht werden, ob diese mobilen Dienstleister Waren des täglichen Bedarfs in die Ortschaften bringen können und über vollautomatische Versorgungslösungen wie Automaten oder Packstationen die Waren wiederum vom Einzelnen zeitunabhängig entgegengenommen werden können. Bestellungen werden per Computer oder Smartphone getätigt, telefonisch geht das nicht. Direktvermarkterin Heidrun Kintra, die eine Hofkäserei in Drüsedau betreibt, sieht das Modell eher skeptisch. Sie favorisiert den Kontakt mit den Kunden. Die angedachte mobile Versorgung sei ihr zu anonym. Lisa Weigelt machte deutlich, dass das Projekt auch scheitern könne. „Aber wir haben es versucht.“ Am Dienstagabend erläuterte die Seehäuser Wirtschaftsförderin gemeinsam mit ihrer Mitstreiterin beim Projekt in Osterburg, Carola Thomsen, „Mona Lisa“ in Neukirchen. Bernd Kloss und seine Parteifreunde haben übrigens von den finanziellen Schwierigkeiten des Fördervereins Kindereinrichtungen Zehrental erfahren (die AZ berichtete) und spendeten bei der Gesprächsrunde, musikalisch umrahmt von Daniel Braun, spontan 300 Euro.

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