Bernd Kloss initiiert Plakataktion vor Seehäuser Betrieb Graepel

Solidarischer Gruß an die Belegschaft

Plakataktion zum 1. Mai in Seehausen
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Einen solidarischen Gruß an die Belegschaft des Seehäuser Unternehmens Graepel schickten mit einer Plakataktion Bernd Kloss (l.) und Burkhard Höger. Anlass dafür war der 1. Mai, der im Zeichen der Arbeiterbewegung steht.
  • Thomas Westermann
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Seehausen. Der Tag der Arbeit am 1. Mai steht ganz im Zeichen der Arbeiterbewegung. Jedes Jahr rufen Gewerkschaften und andere Organisationen zu Demonstrationen und Kundgebungen auf. Dieser Tag geht zurück auf den 1. Mai 1886. Damals forderte der Journalist August Spies in einer Rede auf dem Haymarket in Chicago die Einführung des Achtstundentages.

Für Bernd Kloss vom Gesprächskreis „Seehausen links“ und Mitglied des Verbandsgemeinderates Seehausen „hat der 1. Mai nichts von seiner Aktualität eingebüßt“. In der sprachlichen Fassung als „Kampftag der Arbeiterklasse“ und als Tag machtvoller Demonstrationen unter wehenden roten Fahnen sei der 1. Mai vielleicht Geschichte. In der Erinnerung der Menschen als DDR-Geschichte abgehakt und damit erledigt? Keineswegs, ist sich der Wanzeraner sicher. Der 1. Mai habe eine viel längere Geschichte, die begründet sei in den Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen. Menschen erfahren sich im Kapitalismus als abhängig Beschäftigte, als Ausgebeutete, die um ihre Rechte, um ihr Einkommen kämpfen müssen. „Gemeinsam ist man stark – das ist die historische und immer noch aktuelle Erfahrung der arbeitenden Bevölkerung. Deshalb Gewerkschaften, gemeinsame Interessenvertretung und Solidarität“, so der einstige Sozialpädagoge im Gespräch mit der AZ.

Und Kloss weiter: „Auch heute müssen Arbeiter und Angestellte um ihre Rechte kämpfen und manchmal reibt man sich die Augen, die von Marx und Engels beschriebenen Ausbeutungsverhältnisse sind keineswegs überwunden, wenn man den Blick in die Welt richtet. Für unsere Situation ist zentral, dass endlich wieder das Normalarbeitsverhältnis für alle gelten muss. In den Jahren des Neoliberalismus wurde das ausdifferenziert zuungunsten der Beschäftigten: Leiharbeit, Werkverträge, Minijobs, befristete Verträge, Praktika. Deshalb ist es auch wichtig, einen auskömmlichen Mindestlohn gesetzlich zu vereinbaren. Gerade bei uns im Osten können viele davon ein Lied singen, müssen zum Teil pendelnd lange Wege zurücklegen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern“, fügt der einstige Hamburger hinzu.

Anlässlich des 1. Mai organisierte Kloss eine Plakataktion vor den Werkstoren des in Seehausen ansässigen Unternehmens Graepel, das mit dem Slogan „Sicherheit unter den Füßen“ wirbt. Warum haben sich Kloss und Mitstreiter gerade diesen Betrieb in der Verbandsgemeinde Seehausen ausgesucht? Der Wahl-Altmärker äußert sich auf diese Frage folgendermaßen: „Graepel ist der größte Betrieb in der Region und auch hier müssen die Kolleginnen und Kollegen um ihre Rechte kämpfen. Der landesweit beschlossene Tarifvertrag ist für Graepel Seehauen noch nicht in trockenen Tüchern. Wir richten daher von ‘Seehausen links’ einen solidarischen Gruß an die Belegschaft: Solidarität ist Zukunft, rot ist der Mai.“

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