Nutzung des Weges an der Eisenbahnbrücke endlich vertraglich geregelt

Pedalritter können aufatmen

Nur zu Fuß und nicht radelnd, darf der 1034 Meter lange Bohlenweg zwischen Prignitz und Altmark passiert werden.
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Nur zu Fuß und nicht radelnd, darf der 1034 Meter lange Bohlenweg zwischen Prignitz und Altmark passiert werden.

Seehausen/Wittenberge. Eine scheinbar unendliche Geschichte hat ihren Abschluss gefunden. Freuen können sich darüber alle, die den Bohlenweg entlang der Eisenbahnbrücke zwischen Altmark und Prignitz nutzen.

Gestern wurde im Wittenberger Rathaus ein entsprechender Vertrag zwischen der Deutschen Bahn sowie der Verbandsgemeinde Seehausen, der Stadt Wittenberge sowie den beiden Landkreisen Stendal und Prignitz unterzeichnet.

Simone Tandeck (v.l.) vom Landkreis Stendal, Seehausens Verbandsgemeindebürgermeister Robert Reck, Wittenberges Stadtoberhaupt Dr. Oliver Hermann und Hans-Joachim Leddig von der Deutschen Bahn bei der Vertragsunterzeichnung.

Wittenberges Bürgermeister Dr. Oliver Hermann sprach von einem erfreulichen Termin, aber auch von einem klassischen Kompromiss, mit dem keiner hundertprozentig glücklich sei. Zum Hintergrund: Die Bahn beabsichtigte den Weg schon vor längerer Zeit dauerhaft zu sperren, um Unterhaltungskosten einzusparen. Für Seehausens Verbandsgemeindebürgermeister Robert Reck und Simone Tandeck vom Landkreis Stendal, die bei der Vertragsunterzeichnung zugegen waren, wäre das einer Katastrophe gleichgekommen. Reck meinte, dass die Verbindung nicht nur für den Radtourismus wichtig sei, sondern auch für all jene die von der nördlichen Altmark in die Prignitz zur Schule, zur Arbeit oder zum Einkaufen fahren. In das gleiche Horn stieß Simone Tandeck. In Wittenberge sei so viel los und räumte ein, dass „der Norden Sachsen-Anhalts noch nicht so gut touristisch aufgestellt ist“. Sie erwähnte die Gewerbegebiete, in denen Altmärker Arbeit haben und dafür den Weg über die Eisenbahnbrücke nutzen.

Nach den circa sieben Jahren dauernden Verhandlungen werden künftig die vier Partner Stadt Wittenberge, Verbandsgemeinde Seehausen sowie die Landkreise Stendal und Prignitz die Verkehrssicherungspflicht und die Instandhaltung übernehmen. Die Kosten belaufen sich für die 1034 Meter lange Strecke aus den Erfahrungen heraus um die 8000 Euro pro Jahr. Das wären rund 2000 Euro je Partei. Ein Betrag, mit dem man leben könne, sagte Wittenberges Bürgermeister. Ein Wackerstein fiel Uwe Neumann, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Prignitz, nach der Vertragsunterzeichnung vom Herzen. „Jetzt beginnt ein großes Aufatmen. Jedes Mal nach einer Inspektion drohte die Bahn mit der Schließung des Überganges, der übrigens nicht radelnd, sondern nur zu Fuß passiert werden darf.“ Die Zahlen, die Neumann nannte, sprechen für sich. 4000 bis 8000 Radler pro Monat wurden in der Saison in Wittenberge gezählt. Ein Teil der Pedalritter nutzt die Brücke, um ins Sachsen-Anhaltinische weiterzuradeln oder ist von dort in die Elbestadt gekommen.

Von Thomas Westermann

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