Verband kritisiert Kloth

Offener Brief geht mit Berichterstattung zur Arendsee-Bahn hart ins Gericht

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Das Foto zeigt den Bahnübergang auf der Strecke zwischen Salzwedel und Arendsee, auf der im Herbst 2011 eine Testfahrt mit Politikern stattfand.

Seehausen - Derzeit fahren keine Züge auf der Strecke zwischen Arendsee und Geestgottberg und es ist auch nicht abzusehen, wann sich dies ändern wird. Doch das sehen nicht alle so.

Der Bahnkundenverband Altmark-Wendland geht in einem offenen Brief mit Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth (CDU) und auch der Berichterstattung der Altmark-Zeitung hart ins Gericht.

„Mit Interesse haben wir zur Kenntnis genommen, dass Sie offenbar an der Kampagne einer regionalen Zeitung gegen die ArendseeBahn teilnehmen. Da Sie anstelle des Dialogs die öffentliche Auseinandersetzung wünschen, haben wir uns auch für die Form des Offenen Briefes entschieden“, heißt es in dem Schreiben an Kloth, das von Michael Schrader, Regionalvorsitzender des Verbandes, unterschrieben wurde.

Auf Nachfrage erneuerte Schrader seine in dem Brief geäußerte Kritik, die Strecke sei nicht stillgelegt, was Kloth in einem am 5. Januar in der AZ veröffentlichten Artikel erwähnt hat. Fakt ist allerdings, dass derzeit keine Züge auf der Strecke fahren. „Nach dem zu Grunde liegenden Gesetz ist die Strecke aber nicht stillgelegt“, erläutert der Regionalvorsitzende. „Für den Normalbürger ist die Strecke stillgelegt“, sagte Kloth im Gespräch mit der AZ, der weiter bei seinem Standpunkt bleibt.

„Ich habe den Brief zur Kenntnis genommen, kann mir aber weiter nicht vorstellen, dass auf der Strecke irgendwann noch einmal Züge fahren werden“, sagt Kloth. Es sei außer Ausbuschungsarbeiten mit freiwilligen Helfern bislang wenig passiert, um die Strecke in Betrieb nehmen zu können. Auch die geringe Zahl der Fahrgäste, die per Bus von Wittenberge nach Arendsee fahren, spräche gegen eine Wiederinbetriebnahme.

Weiter befürchtet der Verbandsgemeindebürgermeister eine Verschwendung von Steuergeldern, da im Zuge der Autobahn 14 ein Damm gebaut werden müsste „Es kann aber sein, dass dieser gar unnötig ist, wenn die Strecke nicht wieder in Betrieb geht“. Der Verband entgegnet darauf, dass die Bundesregierung die Fahrgastzahlen im ländlichen Raum erhöhen will.

VON TOBIAS HENKE

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