Notdurftverrichtung in Seehausen wird in Corona-Zeiten noch komplizierter

„Das ist wirklich ein Problem“

Verschlossene Toilette in Seehausen
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Die einst öffentliche Toilette am Seehäuser Klosterschulplatz ist seit Jahren verschlossen.
  • Thomas Westermann
    vonThomas Westermann
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Seehausen. Wohin mit der Notdurft? Diese Frage beschäftigt die Seehäuser und Tagesgäste schon seit vielen Jahren. Wer ein Geschäft zu verrichten hat, muss erfinderisch sein.

Die öffentliche Toilette am Klosterschulplatz ist verschlossen. Grund dafür sind die immer wieder vorgekommenen zerstörerischen Attacken auf das Gebäude. Bürgermeister Detlef Neumann hat deshalb die Reißleine gezogen. Lediglich am Markttag, der jeden Dienstagvormittag ist, können die Händler das stille Örtchen aufsuchen. In Corona-Zeiten hat sich die Lage noch verschärft. So konnten sonst die Toiletten im Rathaus, im Verwaltungsgebäude am Schwibbogen, in der Touristinformation oder in Gaststätten aufgesucht werden. Doch sowohl die Verwaltungsgebäude als auch die Restaurants sind geschlossen.

Neumann ist das Problem in der Pandemie noch gar nicht so bewusst gewesen, wie er auf AZ-Anfrage sagte. „Das ist wirklich ein Problem, aber ich habe keine Lösung derzeit parat“, so der Kommunalpolitiker, der auch betont, dass das Vorhalten einer öffentlichen Toilette eine freiwillige und keine Pflichtaufgabe sei. Doch zufriedenstellend sei die Situation nicht. Das Stadtoberhaupt verweist zudem auf ein Gebäude an der Beusterstraße, das zur Toilette derzeit umgebaut werde, jedoch nur für Veranstaltungen in der Salzkirche genutzt werden könne. Zudem komme sie auch als öffentliche Toilette nicht infrage, weil die von der Einkaufsmeile ein Stück entfernt sei. „Wenn einer ein kleines Problem hat, kann der Weg dorthin schnell zum großen Problem werden.“

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