„Fledemaushotel“ ist aus einem alten Stall bei Drüsedau als Ausgleichsmaßnahme entstanden

Ein Obdach für die nachtaktiven Flieger

+
Im „Fledermaushotel“ gab der Planer des Projektes, Thomas Schwarzlose, den Volksvertretern der Gemeinde Altmärkische Höhe Informationen zu dieser Ausgleichsmaßnahme für den Windkraftanlagenbau in Höhe von rund 100 000 Euro.

Drüsedau. Wer mit dem Fahrrad oder als Wanderer in der Vergangenheit den Verbindungsweg zwischen Drüsedau und Polkern nutzte, dem fiel garantiert eine „Ruine“ in der Feld- und Wiesenmark auf halber Strecke auf.

Diese ehemalige Stallanlage wurde von der ehemaligen LPG (T) für die Unterbringung von Schafen und Rindern genutzt und ist unter dem Namen Lindhof bekannt.

Deutlich ist die Jahreszahl 1874 im Gemäuer des Stalls unter der Nisthilfe für einen Storch zu sehen.

Seit einigen Wochen bietet sich dort ein vollkommen anderes Bild. Der marode Stall von 50 Metern Länge wurde bis auf die Hälfte abgerissen und die einst verbaute Fläche entsiegelt. Das verbleibende Areal wurde zu einem kleineren Gebäude gestaltet, welches nun den Namen „Fledermaushotel“ trägt. Hintergrund sind gesetzliche Ausgleichsmaßnahmen, die für die drei neuen Windkraftanlagen, die im Windpark Storbeck in der Nähe von Osterburg entstehen sollen. Jüngst checkten sich die Gemeindevertreter aus der Altmärkischen Höhe zusammen mit ihrem Bürgermeister Bernd Prange zu einer Besichtigung in diesem Hotel ein. Vom Projektplaner Thomas Schwarzlose und dem Chef der Agrargenossenschaft Krevese, Martin Ahrndt, erhielten die Anwesenden konkrete Informationen. Dieser dezimierte Stall hat neben Außenarbeiten einen neuen Dachstuhl nebst Dacheindeckung erhalten. Die Blech- und Asbesteindeckung des einstigen Stalles wurde fachgerecht entsorgt und die noch vorhandenen Dachziegel (Biberschwänze) fanden erneut Verwendung. Eine Treppe führt auf den dunklen, begehbaren Dachraum, in dem in absehbarer Zeit durch die Untere Naturschutzbehörde die Fledermauskästen angebracht werden sollen.

Es ist auch wahrscheinlich, dass die früher vorhandenen Schwalben wieder ihre Nester beziehen werden. Für das Vorhandensein von Fliegen und Insekten werden die Färsen der Familie Kintra sorgen, die im unteren Stallbereich ihr Domizil finden und die umliegenden Grünflächen beweiden werden. Im Nahbereich des Gebäudes befindet sich auch ein Weiher, der als Ausgleichsmaßnahme von der Deutschen Telekom geschaffen wurde. Vielleicht bekommt dann auch der auf dem First aufgesetzte Dachreiter als Nisthilfe einen Storch als Mieter. Die umliegenden Ackerflächen werden „naturfreundlich bewirtschaftet“, und die Zuwegung zum Hotel bekommt Büsche und Hecken.

Von Walter Schaffer

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare