24 Themenräume im Bretscher Heimatmuseum lassen Handwerk und vieles mehr aufleben

Nostalgisches auf Schritt und Tritt

+
Rosemarie Müller, Vorsitzende des Heimatvereins Bretsch, in einer kompletten Küche aus dem Jahre 1930. 

Bretsch. Freunde von alten Exponaten werden im Bretscher Heimatmuseum mehr als fündig. Im einstigen Verwaltungsgebäude des Volksgutes ließ der 2009 gegründete Heimatverein um Vorsitzende Rosemarie Müller eine wahre Fundgrube an historischen Erzeugnissen einrichten.

Eröffnung war dann 2013 anlässlich der 750-Jahrfeier in Bretsch. Das besagte Gebäude stellte die Gemeinde für die Heimatfreunde bereit, die bestrebt sind, dass Heimatverbundenheit und Brauchtum von Generation zu Generation weitergegeben werden.

Den Heimatfreunden liegt die Arbeit mit Kindern am Herzen. Sie sollen erleben, wie ihre Vorfahren gelebt und gearbeitet haben. Dabei kann sich der Nachwuchs auch in praktischen Arbeiten versuchen. Gestern war Wäschewaschen in Handarbeit angesagt.

In 24 Themenräumen können die Besucher handwerkliche und landwirtschaftliche Gerätschaften in Augenschein nehmen. „Alle Exponate können auch angefasst werden, bis auf jene, die sich in den Vitrinen befinden“, sagt die Vereinschefin im Gespräch mit der AZ. Immer wieder kommen alte Gegenstände herein, die von Einwohnern aus der Region und darüber hinaus stammen. „Das hat sich durch Mund-zu-Mund-Propaganda mittlerweile zum Selbstläufer entwickelt“, freut sich Müller über die Spenden. 

Wer viel auf seinem Grundstück rackerte, bekam dieses Schild.

Und beim Aufarbeiten der Utensilien ist Heimatfreund und Gemeindearbeiter Ralf Lippitz unersetzlich. „Er hat ein Händchen dafür.“ Die Geschichte lebt jedenfalls in dem Gebäude auf. In einem Raum ist beispielsweise die komplette Werkstatt des Bretscher Schusters Masch integriert. Ein Stückchen entfernt steht eine komplette Dorfschmiede der Meineckes, die von 1865 bis 1969 das altehrwürdige Handwerk in dem Höhe-Ort betrieben haben. Dort, wo einst der Direktor des Volksgutes saß, befindet sich nun ein komplett eingerichtetes Wohnzimmer aus dem Jahr 1930. Anziehungspunkte sind ferner ein Schlafzimmer aus den Jahren zwischen 1910 bis 1920 sowie eine Küche mit Gegenständen aus der Zeit um 1930. 

DDR-Chef Honecker schaut etwas ernst von der Wand.

Und auch der real existierende Sozialismus hat im Heimatmuseum seine Spuren hinterlassen. Von der Wand schaut etwas ernst DDR-Staats- und Regierungschef Erich Honecker herab. Emsiges Engagement in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) wird anhand von Schildern gezeigt. Eines davon trägt die Aufschrift: „Schöner unsere Städte und Gemeinden – Mach mit“. Altmärker beteiligten sich daran und wurden dann, wenn die Jury es für gut befand, mit dem Titel „Vorbildliches Grundstück“ belohnt.

2016 zählte Rosemarie Müller rund 400 Besucher. Am Wochenende gab es einen Tag der offenen Tür. Am Herzen liegt der Vereinschefin die Arbeit mit Kindern. Alljährlich besuchen die Mädchen und Jungen der örtlichen Kita das Museum. „Wir wollen ihnen zeigen, wie unsere Vorfahren lebten und arbeiteten.“ Und das wird auch an praktischen Beispielen gezeigt. So kann sich der Nachwuchs mittels Brett und Wanne beim Wäschewaschen versuchen.

Von Thomas Westermann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare