Kräftiger Nachwuchs fühlt sich im Gatter auf Barsberge wohl / bessere Vermarktung

Neues Blut zeigt Wirkung

Dr. Helmut Günther ist einer von mehreren Helfern, die sich um den Damwildbestand im Gatter kümmern.

Barsberge. Highlights ins rechte Licht rücken, dass hat sich Dr. Helmut Günter auf seine Fahnen geschrieben.

Das Seehäuser Stadtratsmitglied hatte schon mit Peter Brandt und Rüdiger Rauch sowie der Freiwilligen Feuerwehr dafür gesorgt, dass die Fontaine im Karpfenteich wieder sprudelt (wir berichteten).

Eine zweite Aufgabe sieht der Tierarzt im Gatter auf Barsberge. Im vergangenen Jahr seien dort fünf junge Kälber geboren wovon nur eines durchkam. Unterstützt vom Vorsitzenden der Osterburger Jägerschaft, Dieter Smyrek, der auch selbst Damwild züchtet, wurden neue Wege aufgezeichnet.

Durch den Zukauf von zwei weißen Hirschen kam frisches Blut in den Bestand. Kräftiger Nachwuchs bestätigt, dass es eine richtige Entscheidung war. Fotos: J. Gerber

So wurden vor einem Jahr zwei weiße Hirsche für das Gatter zugekauft. Dass sie sich bereits wohl fühlen, zeigt der Nachwuchs, der jetzt über das Gelände läuft. Sechs schöne Jungtiere, davon zwei mit einer helleren Farbgebung, wachsen derzeit dort auf. Es handelt sich nicht um Albinos, so Günter, sondern die Tiere haben eine echte Farbgebung. Isabellfarben, weiß der Fachmann und verweist auf Isabella Clara Eugenia von Oesterreich (geb. 12. August 1566. gest. 1. Dezember 1633). Sie ist eine Tochter Philipp’s II., Königs von Spanien, und Elisabethens von Frankreich. Elisabeth wohnte nämlich der denkwürdigen Belagerung von Ostende bei, und soll, so erzählt man, den Schwur getan haben, nicht eher ihre Wäsche zu wechseln, bis dieser Platze würde eingenommen sein. Da die Belagerung drei Jahre, drei Monate und drei Tage dauerte, hatte die Wäsche der Infantin während dieser Zeit jene falbe Farbe angenommen, welche noch heutzutage mit dem Namen Isabellfarbe bezeichnet wird.

War die Aufzucht auf Barsberge in den vergangenen Jahre eher schlecht, so zeigt sich der derzeitige Nachwuchs in bester Verfassung. Die Jungtiere sind bereits kräftiger als ihr ein Jahr älteres Geschwisterkalb. Dieter Smyrek führt das darauf zurück, dass das schwache Tier und die toten Geschwister bereits Auswirkungen der Inzucht waren. Das frische Blut, das mit den neuen Hirschen kam, trägt also schon Früchte. Hinzu kommen einige Veränderungen, beispielsweise bei der Fütterung der Tiere.

Die Ergebnisse machen Dr. Helmut Günther optimistisch. Das Gatter auf Barsberge müsse auf jeden Fall erhalten bleiben. Bisher sei es ein Zuschussgeschäft gewesen. Das soll aber durch eine Vermarktung geändert werden. Durch den Verkauf lebender Tiere an Zoos und Tiergärten könnte die Seehäuser Stadtkasse etwas entlastet werden.

Vom Verkauf von Wildfleisch rät Dieter Smyrek ab. Importe aus Afrika oder auch aus Polen treiben die Preise in den Keller, machen den Markt kaputt. Springböcke sorgen beispielsweise dafür, dass die Kühlhäuser voll sind.

Von Jörg Gerber

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