Christian Buro zieht aus dem Harz nach Beuster / Wahlberechtigte stimmen geschlossen für ihn

Neuer Pfarrer liebt flaches Elbland

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Christian Buro (vorn) antwortete auch nach dem offiziellen Teil auf die Fragen der Gemeindeglieder.

Beuster. Nachdem der Pfarrer Roland Jourdan die Gemeinde Beuster verlassen hatte, war die Pfarrstelle circa ein halbes Jahr vakant. Normalerweise dauert es lange, bis sich Bewerber für solch eine Stelle melden.

Da lag wohl für Beuster mit den beiden Kirchengemeindeverbänden Beuster-Aland sowie Groß Garz und Umgebung ein Glücksfall vor, dass sich am vergangenen Sonntag in einem Gottesdienst ein Pfarrer vorstellte. Bei ihm handelt es sich um Christian Buro, Jahrgang 1977, der in Bernburg geboren wurde. Um es vorwegzunehmen: Er ist der Neue. Buro wurde gewählt, und das mit einem Traumergebnis, alle stimmten für ihn.

In der Lesung und der Predigt in der St. Marienkirche hatte er die Themen Recht und Gerechtigkeit den Armen und Schwachen gegenüber gewählt. Gleichzeitig ging es um die Frage, wie kirchliche Feste gefeiert werden. Am Ende des Gottesdienstes bat der Superintendent des Kirchenkreises Stendal, Michael Kleemann, alle Gemeindeglieder nach nebenan in das Dorfgemeinschaftshaus. Bei einem Imbiss stellte sich Christian Buro den vielen Fragen.

Durch ein Rollenspiel in Anlehnung an die Predigt stellte sich dadurch schnell eine entspannte Situation ein. So erfuhren die Anwesenden, dass der Pfarrer sein Theologiestudium in Halle erfolgreich absolvierte und im Anschluss unter anderem in einem Studentenwohnheim als Konvikt-Inspektor tätig war. Zurzeit ist er in Güntersberge im Harz auf einer Pfarrstelle tätig. Auf die Frage, weshalb er Beuster nun den Vorzug geben will, gab es zwei plausible Antworten. Zum einen liebt er das flache Land in Elbnähe und zum anderen lebt und arbeitet seine Freundin in Schwerin als Lehrerin. Da verkürzen sich wesentlich die gegenseitigen Fahrstrecken bei Besuchen.

Im Anschluss blieben um die Mittagszeit noch alle Mitglieder der Gemeindekirchenräte beisammen. Es galt nun in einer geheimen Wahl darüber abzustimmen, ob der Kandidat die Pfarrstelle übernehmen soll oder nicht. Die Auszählung der Stimmen erfolgte erst in der Wochenmitte. Der Grund dafür, so der Superintendent, liegt darin begründet, dass die Pfarrstelle in Güntersberge zur Landeskirche Anhalts und Beuster zur Landeskirche Mitteldeutschland gehören. Zur Auszählung müssen Vertreter der beiden Landeskirchen anwesend sein.

Das Ergebnis fiel dann eindeutig aus. Sämtliche Wahlberechtigten votierten für den neuen Pfarrer. Wenn die Pfarrwohnung am Kirchplatz neben St. Nikolaus renoviert ist, dann kann der Möbelwagen vom Harz in die Altmark rollen, sodass Pfarrer Christian Buro am 1. April seinen Dienst antreten kann. Das ist garantiert kein Aprilscherz.

Von Walter Schaffer

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