Susanne und Eduardo Figueiredo bauen sich mit Naturtourismus in Vielbaum eine Existenz auf

In der neuen Heimat angekommen

Susanne Figueiredo vor ihren Kanus im Gespräch mit Bürgermeister Hans Hildebrandt. Das Gemeindeoberhaupt freut sich über die beiden Neuankömmlinge aus Süddeutschland.
+
Susanne Figueiredo vor ihren Kanus im Gespräch mit Bürgermeister Hans Hildebrandt. Das Gemeindeoberhaupt freut sich über die beiden Neuankömmlinge aus Süddeutschland.

Vielbaum. Sie sind in ihrer neuen Heimat gut angekommen und haben sich einen Traum erfüllt – die Wahlaltmärker Susanne und Eduardo Figueiredo. Seit Sommer des vergangenen Jahres wohnen beide am Rande der Ortschaft Vielbaum in der Gemeinde Aland.

Das Dorfleben ist den beiden nicht fremd. Geboren und aufgewachsen sind sie in ländlichen Gegenden – Susanne Figueiredo auf der Schwäbischen Alb in Baden-Württemberg, Eduardo in der Douro-Region im Norden Portugals – und sind von je her naturverbundene Menschen. Die Eheleute waren mehrere Jahre freiberuflich in unterschiedlichen Projekten in den Bereichen Naturerlebnis tätig und kennen sich in Sachen Kanutourismus, Reiterferien und Naturpädagogik bestens aus. Und genau das alles werden sie in und um Vielbaum praktizieren.

Eigentlich wollten die Figueiredos in Süddeutschland mit ihrem Naturtourismus-Angeboten Fuß fassen, doch daraus wurde nichts. Es gebe dort kein Platz für derartige Projekte, beschreibt die Neu-Vielbaumerin die Situation und fügt hinzu: „Zu viele Menschen und zu wenig Fläche.“ Für das Befahren der Flüsse gibt es bestimmte Kontingente. „Wir sind einfach durch die Reglementierungen an bürokratische Grenzen gestoßen.“ Gut 800 Kilometer weiter im Norden Sachsen-Anhalts sieht es anders aus. Auf der Suche in Internet-Portalen sind die Naturfreunde am Kirchweg in Vielbaum fündig geworden. „Man hat uns mit offenen Armen empfangen“, freut sich die Frau. Unterstützung bei der Ansiedlung kam nicht nur von der Verwaltung der Verbandsgemeinde Seehausen, sondern vor allem von Aland-Bürgermeister Hans Hildebrandt. „Er war sehr hilfsbereit und hat uns den Start leicht gemacht.“ Das Gemeindeoberhaupt freut sich ebenfalls über die beiden Neuankömmlinge in seiner Kommune. „Sie werden in dem Dorf geachtet und haben schon viele Kontakte geknüpft.“ Froh ist Hildebrandt darüber hinaus, dass die Figueiredos die alte Bausubstanz des einstigen Wesche-Grundstücks auf Vordermann bringen. Für die Arbeiten wurden vorwiegend Firmen aus der Gemeinde beauftragt.

Verliebt haben sich die einstigen Süddeutschen auf Anhieb in die Elbe, die im Gegensatz zu vielen westdeutschen Flüssen noch nicht verbaut oder begradigt sei. Den Rhein bezeichnete Susanne Figueiredo als „Schiffsautobahn“. Auf der Elbe hingegen schaue man aufs Ufer und nicht auf Mauern. Noch ist auf dem 2,3 Hektar großen Grundstück viel zu tun, doch beide packen kräftig mit zu, damit sich der Ort bald für besondere Freizeiterlebnisse und pädagogische Angebote präsentieren kann. Interessierten können sich über die Aktivitäten von Susanne und Eduardo Figueiredo im weltweiten Netz unter der Internet-Adresse www.elements-nature.com informieren.

Von Thomas Westermann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare