Neue Richtlinie für Sponsoring-Maßnahmen soll auf der Höhe erstellt werden

Viel Wind um Zuschüsse

Windräder bei Bretsch
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Der Windpark Gagel vor den Toren des Höhe-Ortes Bretsch bringt der Gemeinde alljährlich 85 800 Euro ein. Nutznießer sind Kindertagesstätten und Vereine.
  • Thomas Westermann
    VonThomas Westermann
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Drüsedau. Jedes Jahr bekommt die Gemeinde Altmärkische Höhe vom Betreiber des Windparks Gagel 85 800 Euro für gemeinnützige Zwecke. Für Bürgermeister Bernd Prange ist es eine Art „Schmerzensgeld“ für die Einwohner, die mit den Anlagen leben müssen, sagte er vor einiger Zeit im AZ-Gespräch.

Sponsoring-Berechtigte sind laut Vertrag natürliche oder juristische Personen, die die Allgemeinheit auf materiellen, geistigem oder sittlichen Gebiet selbstlos fördern und ihren Tätigkeitsschwerpunkt im Bereich der Gemeinde Altmärkische Höhe haben, insbesondere – jedoch nicht ausschließlich – gemeinnützige Vereine. Viel Geld ist bisher geflossen und etliche Wünsche konnten erfüllt werden. Das soll auch künftig so bleiben, doch könnte die Messlatte mit einer geplanten neuen Richtlinie höher gelegt werden. Auslöser war die Höhe-Ratssitzung am Dienstag im Drüsedauer Gemeinschaftshaus. Der Vorsitzende des Reit- und Sportvereins Bretsch, Steffen Jüstel, der auch Mitglied im Höhe-Gemeinderat ist, will über Sponsoring 20 wetterfeste Funktionsjacken für Mitglieder der Sektion Reiten sowie 18 Sporttrikots für die Mitglieder der Sportgruppe kaufen. Die Kleidung solle mit dem RSV-Logo sowie den Sponsoren-Logos bedruckt werden. Durch das Tragen soll einerseits die Erkennbarkeit auf öffentlichen Veranstaltungen erhöht und andererseits das Zusammengehörigkeitsgefühl untereinander gestärkt werden. Als Hersteller suchte sich der Verein ein Traditionsunternehmen im Bereich Sportbekleidung aus – und da hatten die Kommunalpolitiker Bedenken. Denn die Gesamtkosten für die Textilien belaufen sich auf über 4000 Euro. Über 3000 Euro wurden als Sponsoring beantragt, der Rest stammt aus Eigenmitteln. „Ihr habt euch den Mercedes unter den Kleidungsherstellern ausgesucht“, murrte Bürgermeister Prange, der 50 Prozent Sponsoringmittel und 50 Prozent Eigenanteil favorisiert. Für Ratsfrau Renate Moesen-thin ist der Antrag in der Höhe nicht gerechtfertigt. „Reiten ist ein Privatvergnügen“, sagt die Rathslebenerin. Und einigen Abgeordneten schwant schon, dass angesichts der rund 100 Mitglieder weitere Anträge auf Kleidung in Größenordnungen vom Reit- und Sportverein Bretsch kommen könnten.

Nun soll auf Anregung die Richtlinie für die Vergabe von Sponsoringgeld überarbeitet und ähnlich wie in der Hansestadt Seehausen verfahren werden. Dort müssen die Vereine bis zu einem bestimmten Termin ihre Anträge abgeben. Über die Höhe des Zuschusses entscheidet dann der Rat. Bürgermeister Prange schlug vor, dass die Anträge bis zum 31. März vorliegen sollten und fügt hinzu: „So lange ich Bürgermeister bin, haben die Kitas Priorität. Was übrig bleibt, bekommen die Vereine.“

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