Landrat zu Besuch bei Graepel in Seehausen

Neue Jobs trotz Corona

Geschäftsführer Andreas Klatschow (von links) im Gespräch mit Landrat Patrick Puhlmann und dem Seehäuser Verbandsgemeinde-Bürgermeister Rüdiger Kloth. 
+
Geschäftsführer Andreas Klatschow (von links) im Gespräch mit Landrat Patrick Puhlmann und dem Seehäuser Verbandsgemeinde-Bürgermeister Rüdiger Kloth.

Seehausen – Seine Stippvisite in den nördlichen Teil des Stendaler Landkreises am Donnerstag hatte der vor gut zwei Monaten ins Amt eingeführte Landrat Patrick Puhlmann (SPD) mit „Unternehmen in der Krise“ überschrieben.

Beim Besuch der Graepel Seehausen GmbH war er mit Geschäftsführer Andreas Klatschow dann aber schnell einer Meinung, im weiteren Gespräch auf die Begriffe Krise oder gar Katastrophe eher verzichten zu wollen. Dem schloss sich auch Verbandsgemeinde-Bürgermeister Rüdiger Kloth (Freie Wähler) an, hat die aktuelle Corona-Pandemie doch bislang – abgesehen von einem „statistischen Fall“ eines vor längerer Zeit in Seehausen gemeldeten Magdeburgers – um seinen Zuständigkeitsbereich zumindest laut amtlicher Feststellung einen Bogen gemacht.

Natürlich sei die teilweise Totalabschaltung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens der zurückliegenden Wochen infolge der Corona-Pandemie auch an Graepel nicht völlig spurlos vorübergegangen. Vor allem beim Verkauf, der um gut zehn Prozent zurückgegangen sei. Insgesamt aber habe das mittelständische Unternehmen die besonderen Herausforderungen der vergangenen Wochen gut bewältigen können, sagte Klatschow. Und dies habe seine Gründe, nicht zuletzt in den „hohen Qualitätsstandards“ des Metallverarbeiters. In der Rangliste der Kundenansprüche sieht der Graepel-Geschäftsführer die Qualität gleich hinter der Liefertreue. Und noch vor dem Preis. Apropos Liefertreue – ein Aspekt, der sich aktuell größter Wertschätzung erfreut. Sein Rohmaterial bezieht das Seehäuser Unternehmen größtenteils aus Deutschland. Dazu sorge die begrenzte Lagerhaltung dafür, dass es bei der Lieferbereitschaft zu keiner Zeit Probleme gab – nicht nur in der Corona-Zeit ein enormer Wettbewerbsvorteil.

Vom arbeitsmarktpolitischen Instrument der Kurzarbeit habe Graepel keinen Gebrauch machen müssen. „Wir haben in den vergangenen Wochen sogar neue Mitarbeiter eingestellt und im Unternehmen tätige Zeitarbeiter übernommen“, berichtet Andreas Klatschow seinen Gästen. Ansonsten habe man auf flexible Lösungen gesetzt. Im begrenzten Maße hätte das Homeoffice dazu gehört, beispielsweise für den Verkauf. Jedoch seien in seinem Betrieb die Möglichkeiten dafür überschaubar: „Die Roste können wir nicht virtuell bauen.“

Im Gespräch mit Landrat und Bürgermeister spricht Klatschow auch noch von positiven Erfahrungen mit womöglich nachhaltigen Folgen. Telefon- und Video-Konferenzen zum Beispiel – technische Möglichkeiten, die sicher auch nach Corona die eine oder andere Geschäftsreise – und damit Zeit und Kosten – ersparen könnten. Man müsse sich eben nicht bei jedem Austausch unbedingt persönlich in die Augen schauen können. Eine Erfahrung, die Puhlmann und Kloth auch aus ihrer gegenwärtigen Verwaltungsarbeit bestätigen.

VON FRANK SCHUMANN

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare