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„Mona Lisa“ lächelt nur noch müde

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Von: Thomas Westermann

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Konsum in Groß Garz
Die Groß Garzer können sich glücklich schätzen. In ihrem Dorf gibt es im Gegensatz zu vielen anderen Orten im ländlichen Raum noch eine Verkaufsstelle. © Westermann

Seehausen. Das Projekt „Mona Lisa“, das die Nahversorgung auf den Dörfern verbessern sollte, könnte scheitern. Lisa Weigelt, Wirtschaftsförderin in der Verbandsgemeinde Seehausen, berichtete über den Stand der Dinge die Mitglieder des Verbandsgemeinderates während ihrer jüngsten Sitzung.

Verkaufstellen im ländlichen Raum sind ein rares Gut. In der Verbandsgemeinde gibt es wohl nur noch eine in Groß Garz. „Mona Lisa“ sollte Schwung in die nicht zufriedenstellende Lage bringen. Fördergeld floss dafür aus dem Bundesprogramm „LandVersorgt“. Bestellungen sollten per Computer oder Smartphone getätigt werden mit dem Ziel, den örtlichen Handel zu unterstützen. All jene, die ohnehin die Dörfer anfahren, wie beispielsweise Apotheken, Pflegedienste und Physiotherapeuten sollten dann die Waren in Packstationen lagern, die dort vom Besteller abgeholt werden. So die blanke Theorie: „Im Ergebnis müssen wir leider feststellen, dass ‘Mona Lisa’ logistisch und technisch möglich ist, aber sich in unserer Region nicht wirtschaftlich tragen wird.“ Obwohl auf jene zurückgegriffen werden sollte, die ohnehin fahren, fallen Kosten an – beispielsweise für den Kundensupport und für Packstationen. Letztere sei zum Stückpreis von 25 000 Euro zu haben. Hinzu müsse das Personal finanziert werden, das die Sachen packt. Es könnte zudem ein Nahversorger über eine Ausschreibung gesucht werden, der das Projekt übernimmt. Dabei müsste er die Waren zusammenstellen und die Lieferung übernehmen. Gespräche seien diesbezüglich gelaufen und es gäbe jemanden, der das übernehmen würde, so Weigelt. Daraus könnte sich eine Folgefinanzierung anschließen. Ein Konzept sei jetzt in der Ausschreibung beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Zugesichert wurde der Verbandsgemeinde mit der Abgabe des Konzeptes, dass im Mai eine Antwort kommen soll, wie das Papier bewertet wird. Dann könnte ein Folgeantrag für die Erprobung gestellt werden. Voraussetzung dafür ist, dass das Ministerium entsprechende Gelder in seinem Etat dafür zur Verfügung hat. Während der Erprobung durch einen privaten Betreiber würde sich die Verwaltung dann zurückziehen. Damit sollen eventuelle Probleme für die privatwirtschaftliche Seite vermieden werden. 

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