Einkauf mit Hindernissen

„Mona Lisa“ soll lokale Nahversorgung auf den Dörfern besser machen

Konsum-Schaufenster in Groß Garz.
+
Groß Garz verfügt noch über eine Einkaufsmöglichkeit. Andernorts sieht es schlechter aus.
  • Thomas Westermann
    VonThomas Westermann
    schließen

Seehausen/Osterburg. Mit der Nahversorgung im ländlichen Raum in der Einheitsgemeinde Osterburg und in der Verbandsgemeinde Seehausen ist es nicht gerade zum Besten bestellt. Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf fehlen fast gänzlich. So erfolgt die Versorgung über mobile Verkaufseinrichtungen.

Kommunalpolitiker und Verwaltung in den beiden kommunalen Gebilden möchten die Situation bei der lokalen Nahversorgung verbessern und wurden mit „Mona Lisa“ im Rahmen des Bundesprogramms „LandVersorgt“ fündig, das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft unterstützt und gefördert wird. Ende Januar dieses Jahres bekamen beide Städte die Zuwendungsbescheide. Gemeinsam mit der Hochschule Harz bewarben sich Seehausen und Osterburg Anfang Juni 2020 beim Projektaufruf „LandVersorgt“, weil es in den meisten Orten keine Nahversorgungseinrichtungen mehr gibt. Bürger müssen teilweise weite Wege in Kauf nehmen, um sich mit Lebensmitteln zu versorgen. Gleichzeitig werden die Orte von zahlreichen mobilen Dienstleistern, wie Pflegediensten und Physiotherapeuten über Post- und Logistikdienstleistern bis hin zu Müllabfuhr und ÖPNV angefahren. Mit „Mona Lisa“ soll erforscht werden, ob diese mobilen Dienstleister Waren des täglichen Bedarfs in die Ortschaften bringen können und über vollautomatische Versorgungslösungen wie begehbare Automaten oder Packstationen die Waren wiederum vom Einzelnen zeitunabhängig entgegengenommen werden können.

Nun sollen den Einwohnern in den Dörfern die Idee von „Mona Lisa“ und die Ergebnisse der Bedarfsermittlung vorgestellt werden. Anschließend werden Gespräche über die Versorgung in dem jeweiligen Ort geführt. Folgende Termine sind vorgesehen: Dienstag, 17. August, ab 18.30 Uhr an der Kirche in Wanzer, Dienstag, 24. August, ab 18.30 Uhr an der Feuerwehr in Neukirchen, Sonnabend, 28. August, ab 16.30 Uhr am Dorfgemeinschaftshaus in Ballerstedt, Dienstag, 31. August, ab 18.30 Uhr an der Feuerwehr in Kossebau und Dienstag, 14. September, ab 19 Uhr an der Gaststätte in Gladigau. Unterstützung kommt von den jeweiligen Fördervereinen der Dörfer, die für Essen und Getränke sorgen.

Auch die Initiative „Seehausen links“ um Wanzeraner Bernd Kloss hat die Versorgungsengpässe auf dem Lande im Blick und initiiert am Mittwoch, 25. August, ab 10 Uhr vor dem Konsum in Groß Garz eine Gesprächsrunde unter dem Motto „Gut versorgt? – der ländliche Raum braucht Unterstützung“. Mit dabei sind Matthias Höhn von der Linkspartei, Aileen Bendler von der Konsumgenossenschaft Seehausen, Lisa Weigelt, Wirtschaftsförderin in der Verbandsgemeinde Seehausen, Michael Seide, ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Zehrental, Heidrun Kintra von der gleichnamigen Hofkäserei in Drüsedau, Kerstin Schuster vom Hofladen und dem Café der Schäferei Schuster in Beuster sowie die Familie Darumbio aus Lindenberg. Straßenmusik macht dann in Groß Garz Daniel Braun.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare