Bauarbeiten an der Brücke bei Seehausen / Ab Mitte April kein Zugverkehr zwischen Osterburg und Wittenberge

Seehausen: Es nahen schwierige Zeiten für Bahnreisende

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Noch fahren die Züge wie hier in Geestgottberg.

Seehausen. Bahnreisende zwischen Stendal und Wittenberge müssen sich ab Mitte April auf schwierige Zeiten einstellen. Zwischen Osterburg und Wittenberge fährt von 15. April bis 6. Juli gar nichts mehr. Die Bahn stellt den Zugverkehr auf dieser Strecke komplett ein.

Grund sind Bauarbeiten auf der Eisenbahnbrücke über die Elbe.

Weder bei der Touristinfo Wittenberge noch bei der Stadtinfo Seehausen ist dergleichen zurzeit bekannt. Diese für Bahnreisende beunruhigende Aussichten wurden nur durch Zufall zum jetzigen Zeitpunkt bereits publik. Denn wer in diesen Tagen im Internet nach Bahnverbindungen von Stendal, Osterburg oder Seehausen nach Wittenberge sucht, wundert sich. Statt der gewohnten Zugverbindung der S 1 wird für den Zeitraum ab Mitte April Umsteigen in den Bus angezeigt. Eine Nachfrage bei der Elbe-Saale-Bahn und dem Kundendialog der Bahn ergab, dass diese Streckensperrung von 15. April bis 6. Juli dauert. Reisende aus bzw. in Richtung Magdeburg müssen in Busse umsteigen, die die Bahn als Schienenersatzverkehr zwischen Wittenberge und Osterburg einsetzt.

Für die vielen Pendler, die auf die S-Bahn angewiesen sind, dürften diese fast drei Monate trotzdem zur Geduldsprobe werden. Denn die Busse brauchen länger als der Zug und schaffen nicht den Anschluss in Wittenberge Richtung Berlin oder Schwerin/Wismar. Statt kurz vor der vollen Stunde kommt der Bus jeweils zwölf Minuten nach der vollen Stunde in Wittenberge an. Die Anschlusszüge nach Berlin und Wismar sind damit weg und Reisende müssen nahezu eine volle Stunde auf den nächsten Zug warten. Für Reisende mit Kinderwagen könnte es bei dem begrenzten Platzangebot in den Bussen noch schwieriger werden.

Logistische Meisterleistungen dürfte dieser Schienenersatzverkehr allerdings allen Reisenden abverlangen, die ihr Fahrrad dabei haben. Die Fahrradmitnahme in der Bahn ist auf dieser Strecke beliebt, weil die Kombination Bahn und Fahrrad praktisch und umweltfreundlich ist. Nach Wittenberge fahren aus Richtung Stendal und Umgebung auch zahlreiche Berufsschüler, von denen viele ihr Fahrrad dabei haben, weil sie damit schnell vom Wohnort zum Bahnhof und vom Wittenberger Bahnhof zur Schule kommen, ohne auf weitere Busse angewiesen zu sein. Auch viele Pendler und Ausflügler nehmen ihr Fahrrad in der Bahn mit, um vor Ort mobil zu sein.

Ob die Busse, die den Schienenversatzverkehr bedienen, für die Fahrradmitnahme ausgerüstet sein werden, konnten weder Kundendialog noch Elbe-Saale-Bahn sagen. Eine Möglichkeit wäre, den Bus jeweils mit einem Anhänger auszustatten. Oder es werden Fahrzeuge eingesetzt, die am Heck mit einer Haltevorrichtung für Räder ausgerüstet sind und damit bis zu zehn Räder transportieren können. Solche Busse sind seit Jahren im Schienenersatzverkehr zwischen Wittenberge, Arendsee und Salzwedel im Einsatz. Damit könnte allerdings nur ein Teil der Räder, die sonst im Zug Platz finden, mitgenommen werden.

Eine weitere spannende Frage für Fußgänger und Radfahrer dürfte sein, ob wegen der Bauarbeiten auf der Eisenbahnbrücke auch der Fuß- und Radweg über die Brücke gesperrt wird. Die Bauarbeiten auf der Brücke fallen mitten in die Fahrradsaison und über die Brücke verläuft bekanntermaßen der beliebte Elberadweg mit seiner Hauptroute.

Von Susanne Bohlander

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