Seehäuser Posaunenchor besteht seit 40 Jahren / Jubiläum wird am zweiten Advent gefeiert

Musizieren zur Freude der Menschen

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Sophie-Charlotte Tetzlaff und Friedemann Nitsch machen mit dem Plakat auf das 40-jährige Jubiläum des Posaunenchors aufmerksam und hoffen am zweiten Advent auf viele Zuhörer.

Seehausen. In wenigen Tagen kann der Posaunenchor aus Seehausen auf 40 erfolgreiche Jahre seit seiner Gründung zurückblicken. Posaunenchöre haben ihre Wurzeln in der Regel in der „Erweckungsbewegung“ des 19. Jahrhunderts.

Heute sind in diesen Formationen 120 000 Bläserinnen und Bläser in fast 7000 Posaunenchören deutschlandweit erfasst. Organisiert sind sie in Posaunenwerken oder Verbänden.

Wie weit die Geschichte des ersten Seehäuser Posaunenchores zurückreicht, ist nicht mehr bekannt. Auf jeden Fall, so Kantor Friedemann Nitsch, müsse es vor der DDR-Gründung solch einen Chor gegeben haben. Dies brachte er schon vor Jahren in Erfahrung. Ende der 1960er Jahre gab es dann einen Bläserkreis unter der Leitung von Helmut Raabe. Zu ihm gehörten unter anderem Jürgen und Günther Haut, Thomas Korte, Herrmann Unger, Willi Deutsch und Rudolf Preuss. Sie spielten damals alle nach Grifftabellen. Das Repertoire bestand aus einigen Standardstücken. Nach seinem Studium war Friedemann Nitsch kurze Zeit als Posaunenwart beim Posaunenwerk der evangelischen Kirchenprovinz Sachsen angestellt, bevor er in Seehausen Kantor wurde. Bei seiner Einberufung zum Wehrdienst lehnte er den Dienst mit der Waffe ab, da er dies nicht mit seinem Gewissen vereinbaren konnte. Dadurch bekam er die goldenen Spaten auf die Schulterstücke der Uniform eines Bausoldaten.

In dieser Zeit reifte sein Entschluss, nach der Entlassung aus dem Wehrdienst einen neuen Bläserchor zu gründen. Mit einigen interessierten Mitstreitern gab es dann 1976 das erste Konzert mit Adventsmusik in der katholischen Kirche. Zu den damaligen Gründungsmitgliedern zählten neben ihm und seiner Frau Elisabeth auch Dietrich Holzäpfel, Johannes Seidenberg (Kinder-und Jugenddekan) und Axel Glimm. Mit Proben, Auftritten, Jungbläserausbildung und viel Beifall ging die Arbeit nahtlos weiter. Der Bläserchor hat zur Zeit 14 Mitglieder. Zwei Jugendliche, Susanne und Sabine Buchner, sind noch in der Ausbildung. Wöchentlich kommen alle zur Probe zusammen. Von Schülern bis Rentnern reicht das Altersspektrum. Mitstreiter sind jederzeit willkommen. Der Chor wirkt bei Festgottesdiensten und Gemeindefesten in der gesamten Region mit. Er gestaltet eigene Bläserfeierstunden. Ein besonderes Anliegen ist das diakonische Blasen im Krankenhaus und zu besonderen Jubiläen älterer Gemeindemitglieder. Der Bläserchor ist ein Teil des Posaunenwerkes der evangelischen Kirche Mitteldeutschlands und ist dem geistlichen Auftrag der Posaunenchöre, Musizieren zum Lob Gottes und den Menschen zur Freude, verpflichtet. Nachdem Kantor Nitsch in den Ruhestand ging, gab er den Taktstock in jüngere Hände. In seiner Nachfolgerin Sophie-Charlotte Tetzlaff ist er sich sicher, dass das begonnene Werk in guten und engagierten Händen liegt. Er selbst übernimmt neben der Arbeit im Posaunenchor auch die Jungbläserausbildung. Auch die neue Kantorin will mit dem Erlernen eines Blechblasinstrumentes ihr reichhaltiges Instrumentarium vergrößern. Am zweiten Advent ab 17 Uhr in der St. Petrikirche wird das Jubiläum integriert. Neben der gehörten Musik ist das Mitsingen angesagt. Zum Schluss werden alle Bläser, auch die Ehemaligen, „Tochter Zion“ zu Gehör bringen. Als Gast wird der Chor aus Stendal-Röxe erwartet, der momentan von Friedemann Nitsch geleitet wird.

Von Walter Schaffer

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