Jung und Alt unter einem Dach: Von der Kita zum sozialen Zentrum

Modellprojekt in Beuster soll Zukunft von Tagesstätten sichern

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Die Beusteraner Kindertagesstätte an der Achterstraße soll sich über ein Modellprojekt zu einem „Zentrum für Bildung und soziales Miteinander“ entwickeln.

Beuster. Die Beusteraner Kindertagesstätte soll sich zu einem Multifunktionshaus wandeln – und zwar zu einem „Zentrum für Bildung und soziales Miteinander“.

Geplant ist, die ehemalige Vollküche mit Nebenraum für eine mehrfunktionale und generationenübergreifende Nutzung umzubauen. Bisher wird die Küche zur Vorbereitung von Frühstücks- und Nachmittagsmahlzeiten genutzt oder zum gemeinsamen Backen und Kochen, wobei Produkte aus der Region sowie Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten der Kindertagesstätte verwendet werden. Mit dem geplanten Umbau der Küche wird angestrebt, dass Kinder und Senioren gemeinsam Mahlzeiten wie das Mittagessen einnehmen und ein Ort der Begegnung und des Miteinanders – beispielsweise für Vereinsaktivitäten, Gesprächs- und Bastelnachmittage sowie Sport für Senioren und Kinder – geschaffen wird. Außerdem können die Räumlichkeiten für Vorträge und Kurse genutzt werden. Bereits jetzt engagieren sich Senioren im Ort zum Beispiel über das Programm „Lese-Oma und Lese-Opa“ in der Kita. Zukünftig sollen insbesondere die älteren Bürger noch stärker in den Kindergartenalltag eingebunden werden.

Ein generationenübergreifender Austausch soll dadurch gefördert werden. Gleichzeitig können sich die Senioren mit ihren Ideen einbringen. Die Kinder profitieren davon, meint Seehausens Verbandsgemeindebürgermeister Dr. Robert Reck, der einen entsprechenden Förderantrag auf den Weg bringen möchte. Umgekehrt trage das „Zentrum für Bildung und soziales Miteinander“ dazu bei, dass den Senioren im ländlichsten Raum unter anderem kognitive Stimulation und soziale Interaktion ermöglicht werden. Bildung, Erziehung, Sozialisation und Kommunikation der Kinder werden durch den Erfahrungsschatz der Älteren positiv gefördert, ist sich der Verwaltungschef sicher.

Zur Umsetzung des Projekts sind mehrere Umbaumaßnahmen in der Kindertagesstätte erforderlich: So der erwähnte Umbau der ehemaligen Vollküche und des Nebenraums zum Raum für soziales Miteinander, die Schaffung von behindertengerechten Toiletten und die Erweiterung der Funktionalität des Außenbereichs. Das geplante Modellprojekt „Von der Kita zum integrierten Zentrum für Bildung und soziales Miteinander“ wäre laut Dr. Reck beispielgebend für zahlreiche Orte im Landkreis und darüber hinaus. Mit dem Zentrum sollen Generationen zusammengeführt, die Auslastung kommunaler Gebäude effizienter gestaltet und dörfliches Leben gestärkt werden. Kindertagesstätten im ländlichen Raum können im Bestand gesichert werden, wenn sie sich zu derartigen Zentren weiterentwickeln. Der Verwaltungschef gegenüber der AZ weiter: „Mein Wunsch wäre es, dass zukünftig Schritt für Schritt in allen Gemeinden mindestens ein Mehrfunktionenhaus entsteht. Das kann in Kombination mit Kindergärten geschehen, da dann der intergenerationale Austausch möglich ist, oder aber auch so wie wir es in Wahrenberg vorhaben.“

Von Thomas Westermann

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