19. Karnevalsumzug am Tulpensonntag mit 60 Schaubildern war in der Hansestadt Seehausen ein voller Erfolg

Von der A 14 bis zum Mindestlohn

Am Winckelmann-Platz wurde jedes der Bilder extra noch einmal begrüßt und der Dank für die aktive Teilnahme ausgesprochen. Auch Seehausens Verbandsgemeindebürgermeister Robert Reck war in das Zeremoniell involviert.

Seehausen. Schon lange bevor sich die 60 Bilder des nunmehr 19. Tulpensonntagsumzuges in der Hansestadt in Bewegung setzten, galt es für die Organisatoren des SCC um Jürgen Ulrich die Zugfolge an der Straße in Richtung Zollbrücke festzulegen.

Obwohl jedes der Bilder schon im Vorfeld eine feste Nummer in der Reihenfolge besaß, machte es den Organisatoren etwas Kopfzerbrechen, denn ein großer Lkw, der die Nummer 52 besaß, stand am Anfang und konnte nicht an seine geplante Stelle gefahren werden. So mussten sich wohl oder übel die ersten zwölf Bilder an ihm vorbei mogeln, bis dieser dann zwischen dem Usedomer Fanclub und den Seehäuser Oldies an 13. Stelle platziert wurde. Hunderte von Zuschauern bekamen davon zwar nichts mit, trotz dessen wünschen sich die Veranstalter, dass solche vermeidbaren Pannen nicht zur Gewohnheit werden. Auf den bunt geschmückten Wagen und auf getragenen Spruchbändern wurden vielfältige Themen zur Schau gestellt. „Aber nein, wir bleiben hier, denn die grüne Wiese mit Zukunft sind wir“ prangte es vom Hubarm des Eigenbautraktors der Firma Buness, während auf den nötigen Lückenschluss der A 14 gleich mehrere Fahrzeuge aufmerksam machten. „Ob Zecke oder Lurch, da müssen wir alle durch – A14 “, war nicht nur an den BUND gerichtet.

Ihren Unmut zu der Lohnpolitik machten die Laienschauspieler von „Hahn im Korb“ mit dem Spruch „Wir rackern für den Mindestlohn, da sind die Diäten schon ein Hohn“ deutlich. Gelassener nahmen es da schon die Teilnehmer des Blaulichtmuseums Beuster, denn die Verantwortlichen meinten „Ist das Wasser in der Elbe auch trübe, in Beuster gießt man sich Klaren in die Rübe“ und die Scharpenloher von irgendwo an der Elbe konterten, dass sie trotz großer Flut in ihrem hübschen Boot nie den Mut verlieren. Auf ihr 700-jähriges Dorfjubiläum in diesem Jahr machten die Lindenberger mit Hilfe ihrer mitgeführten großen renovierten Dorfkirche mit Ausguck wirkungsvoll aufmerksam.

Aber auch die vielen farbenprächtigen Bilder der Privatpersonen, Firmen und Vereine, die zum Teil schon bei der Weiberfastnacht auf Barsberge zu bewundern waren, fügten sich gut in den zwei Stunden währenden Umzug ein. Nicht zu vergessen sind natürlich auch die befreundeten Karnevalsvereine aus Osterburg, Kläden und Rochau mit ihren Prunkwagen. Nachdem das letzte Bild, der Freistaat Dobbrun, am Rathaus vorbei in Richtung Bahnstraße gezogen war, begann eine wahre Völkerwanderung zur Schulstraße und zum WinckelmannPlatz.

Wenige Minuten später traf dort dann der Lindwurm von Fahrzeugen und Menschen ein. Nach kurzem Halt postierte sich der Festwagen des SCC im Einmündungsbereich der Straßen. Vor ihm platzierten sich die Teufelchen und Tanzteufel als bunte Kulisse. Auf dem Wagen hatten die Majestäten, Minister, Elferrat und Moderatoren ihren Platz gefunden. In ihre Mitte nahmen sie Seehausens Verbandsgemeindebürgermeister Robert Reck, der sich im Arme schwenken und „Seehausen Hajo“ rufen betätigen durfte. Er tat es mit sichtlich Freude und Bravour. Jedes Bild, welches hier noch einmal verbal unter dem Beifall der Zuschauer bedacht wurde, bekam als kleinen Dank eine Flasche Sekt. Vom Winckelmann-Platz aus ging es dann zum Endziel, der Wischelandhalle. Im Foyer und in der Halle wurde noch ausgiebig gefeiert und den Programmausschnitten des Seehäuser Carnevals-Clubs gefrönt. „Das Wetter spielte mit, alle Beteiligten gaben ihr Bestes. Das Seehäuser Publikum mit seinen Gästen war Spitze. Der Umzug kann wohl als gelungene Generalprobe für den nächsten, den 20. Jubiläumszug, gewertet werden“, meinte SCC-Mitglied Frank Wiese, einer der Mitorganisatoren. Alle hoffen dann mit einer Rekordbeteiligung zum Jubiläumszug. Bis dieser aber in 2015 startet, gibt es noch das 60-jährige Gründungsjubiläum des SCC im Herbst dieses Jahres zu feiern. 1954 wurde mit dem ersten Prinzenpaar Heinz I. und Hanna I. der Verein aus der Taufe gehoben.

Von Walter Schaffer

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