Egbert Gorywoda, alias „Holzwurm“, inszeniert die „Schlacht am Aland-River“

Meister der Gefechte bleibt weiter schwer beschäftigt

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Sie kommen aus ganz Deutschland, um ein ganzes Wochenende dem Western mitten in der Altmark zu widmen.

Seehausen / Krüden. Der Wilde Westen ist seine Passion. Sie nennen ihn „Holzwurm“, weil er Experte in der Arbeit mit dem natürlichen Werkstoff ist.

Der Mann hört auch auf den Titel „Ranger John“, wenn der Cowboyhut leicht schräg auf dem Kopf sitzt und die Weiten der Wische nach Abenteuer rufen.

Im bürgerlichen Leben kennt man ihn als Egbert Gorywoda. Bis 2003 lebte er in Seehausen, der Stadt in der Börde. 2007 zog es ihn in die Altmark, der Liebe wegen.

2007 nahm er die Arbeit in der Krüdener Holzwerkstatt auf – daher der eine Spitzname. Dort begann auch die Passion Wild-West. „Eine ehemalige Kollegin hat mich auf den Geschmack gebracht“, erinnert sich der heute 60-Jährige. „Sie nahm mich zu einem Treffen mit.“ Seit 2008 ist er im Verein aktiv und „so begeistert, bis heute, als Holzwurm der Truppe“.

Egbert Gorywoda

Der Verein ist die „Westerngruppe Altmark“. In diesem ist Gorywoda als „Meister der Gefechte des Südens“ schwer beschäftigt. „Wir sind im Jahr 1863, im Spätherbst, angekommen“, sagt der Mann, der für die Westerntreffen die Gefechte plant, Drehbücher schreibt und dafür einen Tag des nordamerikanischen Bürgerkriegs recherchiert. „Im Internet sind alle Informationen, auf Deutsch und mit Kartenmaterial, samt Befehlshaber zu finden“. Auch in diesem Jahr soll es wieder krachen und der Konflikt zwischen den Nord- und den Südstaaten schauspielerisch dargestellt werden. Die Vorbereitungen sind zeitintensiv. „Da kann man schon Nachmittage lang dran hängen bleiben.“ Für die Show am 3. und 4. Juni – dann ist nämlich das nächste Westerntreffen in der Wischestadt – reisen bereits am kommenden Wochenende die ersten Akteure an. Gegen 16 Uhr soll jeweils am Sonnabend und Sonntag die „Schlacht am Aland-River“ gezeigt werden. Sechs große Kanonen gehören dazu.

Die Western-Fans kommen aus ganz Deutschland. „Der Jüngste kommt aus Sassnitz und ist neun Jahre jung, praktisch in die Gruppe hineingeboren. Der Älteste ist 74 und kommt aus Berlin“. Der Altersdurchschnitt liege aktuell bei 53 Jahren. Die Siedler und Soldaten des nordamerikanischen Kontinents suchen deshalb junge, abenteuerlustige Verstärkung. Diese könnte dann auch am Freitag, 2. Juni, im Seehäuser Rathaus mitwirken. „Da geht es heiß her“, kündigt Gorywoda an. Banditen wollen den kommunalen Regierungssitz gegen 16 Uhr überfallen. Der Tumult wird jedoch bald aufgelöst. Die Banditen werden abgeführt und zum Schützenplatz gebracht. Dort ist dann um 17 Uhr Eröffnung des Western-Treffens.

Von Alexander Klos

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