Geplante Öffnung am 6. Juni geplatzt

Waldbad in Seehausen: „Massiver Schaden“ im großen Becken

Eigentlich sollte das Waldbad am 6. Juni wieder öffnen, doch dieser Termin ist nicht zu halten.
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Eigentlich sollte das Waldbad am 6. Juni wieder öffnen, doch dieser Termin ist nicht zu halten.

Seehausen – Bei der Sitzung des Seehäuser Stadtrat-Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus, Soziales und Kultur am Montagabend sorgte Dr. Walter Fiedler für einen Paukenschlag.

Seinem Bericht als Vorsitzender begann er mit der Information über einen „massiven“ Schaden am großen Becken des Waldbades. Damit sei die für den 6. Juni angestrebte Saisoneröffnung passé.

Dr. Walter Fiedler, Vorsitzender des Ausschusses, informierte die Mitglieder in der vergangenen Sitzung über Schäden im großen Becken des Waldbades.

Nur wenige Stunden zuvor habe er am Montag von einem „klaffenden Riss“ erfahren. Nun drohe in der Folge, „eine Wand abzubrechen“, so Fiedler. Der Vorsitzende des Waldbad-Fördervereins und der „Senioren-Handwerkerbrigade“ sprach zwar äußerlich gefasst von einem „Dämpfer“. Nicht zu übersehen war aber seine innere Verärgerung, als er vom seit Jahren über Förderer und Betreiber schwebenden „Damoklesschwert“ sprach: „Flickarbeiten sind eben nur Flickwerk“, womit er insbesondere die ehrenamtlichen Bemühungen der Senioren-Handwerker meinte. Bereits in der jüngsten Stadtratssitzung hatte Fiedler mit deutlichen Worten kritisiert, dass andere Bäder in der Altmark bereits mehrfach mit hohen Fördersummen bedacht wurden, während bisher alle Anträge für das Seehäuser Waldbad mit den unterschiedlichsten Gründen abgelehnt wurden.

Zusätzliches Problem sei jetzt die bereits erfolgte Chlorierung des eingelassenen Wassers. Somit müsste zum Ablassen erst die entsprechende umweltrechtliche Genehmigung eingeholt werden. Für danach erforderliche Arbeiten rechnet Fiedler mit einem Zeitrahmen von mindestens drei Wochen.

Ironie der aktuellen Ereignisse: Das Planschbecken würde zwar baulich am 6. Juni wieder genutzt werden können. Doch gerade vom Betrieb solcher Becken rieten Gesundheitsbehörden gegenwärtig angesichts erhöhter Corona-Risiken ab, sagte der Ausschuss-Vorsitzende.

Eine weite Information von Fiedler, die er zugleich als Vorsitzender des Fördervereins der St. Petri-Kirche verkünden konnte, hatte dagegen deutlich positiveren Inhalt: Die Bauarbeiten in St. Petri mit der Sanierung der Türmer-Wohnung stehen unmittelbar vor dem Abschluss. In diesem Zusammenhang lobte der Chefförderer die „hervorragende handwerkliche Qualität“ aller beteiligten Baufirmen. Davon könne sich bald auch die interessierte Öffentlichkeit überzeugen. Eine offizielle Übergabe kündigte Fiedler für Samstag, 13. Juni, an – ab 10 Uhr auf dem Kirchhof.

Danach könnten Einheimische und Touristen in kleinen Gruppen bis zu fünf Personen in den Turm aufsteigen und dort unter anderem die Türmer-Wohnung in Augenschein nehmen. Seehausen werde davon touristisch profitieren, sagte der Fördervereinschef, der überzeugt sei, dass es den Besuchern „gefallen wird“.  fs

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