Ex-Bürgermeisterkandidat Holländer verschreibt sich aufs Neue der Altmark

Literaturfonds-Stipendiat arbeitet am „Sperrbezirk“

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Autor Holländer will von der Altmark nicht lassen.

Wittenberge / Seehausen. Georg Hermann Holländer erhält das Werkstipendium des Deutschen Literaturfonds. Nicht nur Wischestädter werden sich noch gut an ihn erinnern: 2016 hatte er für das Amt des Verbandsgemeindebürgermeisters in Seehausen kandidiert.

Seit diesem Jahr lebt er im brandenburgischen Wittenberge, um der Altmark nah zu bleiben und zugleich näher an Berlin zu sein, wo er regelmäßig familiär gebraucht wird. „Wittenberge ist wie ein Aussichtsturm für die Altmark“, so nah und doch schon ein Stück weit anders, meint der Autor im Gespräch mit der AZ.

Nach verlorener Wahl stellte Holländer, der für eigene Publikationen ausschließlich das Kürzel G. H. H. verwendet, sein Romanprojekt vor, für das er nun aus Mitteln des Staatsministers für Kultur ein Jahr lang eine Förderung von 2000 Euro im Monat erhält. Der Roman spielt im Februar 1920 im altmärkischen Heiligenfelde, wo Holländers Urgroßvater 40 Jahre lang Pfarrer war.

Das Galerie-Café „Clifton“ in Wittenberge wird am heutigen Freitag aus Anlass der Stipendienverleihung eine Lesung veranstalten, bei der Holländer, Jahrgang 1961, Bruchstücke eines anderen, noch nicht abgeschlossenen Romans unter dem Arbeitstitel „Sperrbezirk“ vorstellt. Auch dieser Text bezieht sich auf die Altmark. Er beschreibt eine parallele Gegenwart, in der alles vorkommt, was der Schriftsteller in vielen Gesprächen über das Leben dort gelernt hat. „Auf Rückmeldungen der Zuhörer bin ich gespannt.“

Das literarische Stelldichein beginnt um 16 Uhr. Jedermann sei willkommen. Für Holländer ist der Veranstaltungsort ein besonderer, da dieser eine ebenso mutige wie schöne Bereicherung der Kultur diesseits und jenseits der Elbe sei.

Von Marco Hertzfeld

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