Viele Wischestädter kennen die 77-Jährige

Aus Liebe zu den Samtpfoten: „Katzen-Oma“ Margot Schulze bekommt Hilfe

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Die Seehäuser Kommunalpolitikerinnen Susanne Bohlander (v.r.) und Kathrin Baier wollen Margot Schulze bei ihrem Katzen-Engagement unterstützen.

Seehausen – Um die frei laufenden Katzen im Seehäuser Stadtgebiet kümmert sich Margot Schulze seit fast 20 Jahren. Die 77-Jährige wird von vielen Wischestädtern als „Katzen-Oma“ bezeichnet.

Sie lässt die Fellnasen auf eigene Kosten kastrieren beziehungsweise sterilisieren und sorgt damit dafür, dass die Samtpfoten sich nicht unkontrolliert vermehren (die AZ berichtete).

Die Rentnerin bringt die Katzen auf eigene Kosten zum Tierarzt. In diesem Jahr hat sie bisher neun Kastrationen bezahlt. Schulze versorgt die Tiere auch mit Medikamenten gegen Flöhe und Würmer und trägt damit zur Gesunderhaltung auch der Hauskatzen bei. Wilde Katzen, die sich selbst überlassen bleiben, ohne Zugang zu gutem Futter und Medikamenten, sind oft anfällig für Krankheiten und können diese an Hauskatzen übertragen.

Erst wird an der Seehäuser Stadtmauer genüsslich gefressen, danach wird sich geputzt. Fotos: Westermann

Schon seit Jahren wünscht sich Margot Schulze mehr Unterstützung von Politik und Verwaltung. Die Fraktion Die Linke – Bündnis 90/Die Grünen im Seehäuser Stadtrat, vertreten durch Kathrin Baier und Susanne Bohlander, hat reagiert und einen Antrag eingebracht. Die Kommunalpolitikerinnen möchten für die Katzenfreundin eine jährliche Unterstützung in Höhe von 1000 bis 1500 Euro. Bohlander ist optimistisch, dass der Antrag mehrheitlich beschlossen wird. Eine kleine finanzielle Unterstützung gab es gestern schon für Schulze. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) überreichte der Frau eine Spende in Höhe von 300 Euro. Die BUND-Kreisgruppe Stendal möchte damit das Engagement der Bürgerin unterstützen und sich bei ihr bedanken. Bohlander und Baier hatten zudem noch einige Portionen Katzenfutter und für Schulze schokoladige Katzenzungen zum Naschen mitgebracht.

Rund 300 Euro gibt die Wischestädterin pro Monat allein für Futter aus. Exakt 43 frei lebende Katzen betreut sie. Zweimal am Tag begibt sich die Seehäuserin auf Füttertour, die jeweils rund anderthalb Stunden dauern. Stationen sind unter anderem der Bereich am Kaland, die Stadtmauer, das Gelände am Ratskeller und die Touristinformation. Mit der Spende von 300 Euro ist für einen Monat wieder das Katzenfutter gesichert.

VON THOMAS WESTERMANN

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