Mit Lichterkette an GAU erinnert

Die Lichterkette zur Mahnung anlässlich des 25. Jahrestages des Reaktorunglücks von Tschernobyl reichte vom Portal der Seehäuser Salzkirche bis hinter die Alandbrücke.

Seehausen. Vor 25 Jahren, am 26. April, ereignete sich im Atomkraftwerk von Tschernobyl ein Super-GAU (größter anzunehmender Unfall). Infolge der Auswirkungen kam es zu unsäglichem Leid in der Bevölkerung. Außer den Menschen, die unmittelbar von der Strahlung betroffen waren, sind heute junge Erwachsene und deren Kinder die Opfer der Strahlung. Nicht nur in Deutschland engagieren sich die Hilfswerke „Kinder von Tschernobyl“, um Kindern und Jugendlichen in Ferienfreizeiten einige unbeschwerte und erlebnisreiche Tage zu bieten.

Einer dieser Vereine hat seinen Sitz in Beuster und nahm den 25. Jahrestag des Super-GAU zum Anlass, in einer ganzen Reihe von Veranstaltungen auf die Problematik „Atomenergie“ hinzuweisen. Auf der Gedenkveranstaltung im großen Saal des Landratsamtes in Stendal konnten die Besucher neben der Ausstellung zur Arbeit des Hilfswerkes auch mit einer Delegation von sechs Frauen und einem Mann aus der Region Narowlja in Weißrussland ins Gespräch kommen. Als Dolmetscherin fungierte Tamara Dawidowitsch, die auch in diesem Jahr vom 14. Juni bis zum 10. Juli eine Delegation von 18 Kindern im Alter von neun bis 13 Jahren in der hiesigen Region betreuen wird. Am Abend hatte der Verein zu einer Veranstaltung in die Salzkirche eingeladen. Mitorganisator Jörg Harthun begrüßte die Gäste in der voll besetzten Salzkirche. „Wir wollen heute an die Menschen in der Ukraine und in Weißrussland, besonders aber an die Kinder, denken. Auch Fukushima hat uns in letzter Zeit gezeigt, welche Risiken in der Kernkraft liegen und wie gefährlich sie ist. Das Hilfswerk ‘Kinder von Tschernobyl’ ist froh und dankbar, mit euch heute diesen Tag zu begehen und damit ein Zeichen gegen das Vergessen zu setzten. Ich danke Rainer Trunk, der uns mit diesem Benefizkonzert unterstützt und uns heute auf eine Reise durch sein musikalisches Repertoire mitnehmen wird“, so Jörg Harthun, der an alle Besucher eine Kerze mit Windschutz verteilte. In der eingelegten Pause gab es die Möglichkeit, Getränke zu erwerben, und die vorbereiteten Schnittchen durch das Hilfswerk fanden zur Abendbrotzeit großen Absatz. Im Konzert stellte der Liedermacher Trunk vorwiegend seine Eigenkompositionen vor, bei denen er mit entsprechenden Kommentaren etwas zur Entstehung seiner Songs beisteuerte.

Seehausens Bürgermeister Ewald Duffe bekräftigte in der Pause seine Einstellung zum Ausstieg aus der Atomenergie und der Forcierung der regenerativen Energien. Aus dem Fonds „Ehrungen und Jubiläen“ überreichte er an Veronika Benecke eine Spende von 100 Euro für das Hilfswerk.

Nachdem der letzte Beifall beim Konzert verklungen war, entzündeten alle Besucher ihre Kerzen und bildeten damit eine Lichterkette als Mahnung vom Portal der Salzkirche durch das Beustertor bis hinter die Alandbrücke in Richtung Osten.

Von Walter Schaffer

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