Seehausen ist Teil eines Modellvorhabens

Neue Wege für das Wohnen

Bistro ist geschlossen
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Schon lange gibt es in „Edith’s Bistro“ im Schwibbogen keine Speisen und Getränke mehr.
  • Thomas Westermann
    vonThomas Westermann
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Als eines von vier deutschlandweiten Modellen der „Kleinstadtakademie“ erhält der Zusammenschluss der Städte Seehausen (Sachsen-Anhalt), Nieheim, Marienmünster, Schieder-Schwalenberg mit Vlotho (alle NRW) und Drebkau/Drjow (Brandenburg) eine Förderung aus dem Bundesprogramm „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau“ (ExWoSt) in Höhe von rund 335 000 Euro. Die Bewilligung wurde jetzt durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung ausgesprochen. Damit sollen Lösungen für die Aktivierung von Bestandsimmobilien und Flächen in den häufig leer stehenden Ortsmitten erarbeitet werden.Der sich durch Corona verstärkende Trend, dass Menschen Überschaubarkeit und das Leben in ländlichen, aber vitalen Gebieten suchen, bietet Chancen für Kleinstädte. Gleichzeitig gilt es, älteren Menschen passende Angebote zu machen. Das Konzept mit dem Titel „Bündnis für Wohnen im ländlichen Raum. Neue Instrumente für die Stärkung der Ortsmitte kleiner Städte und Gemeinden“ des Projektverbunds setzt da an. Durch dieses Modellvorhaben sollen attraktive Lebensumfelder in kleinen Kommunen geschaffen werden, um damit ganze Regionen zu stärken.

„Dem Leerstand in der Seehäuser Altstadt gilt es entgegenzutreten. Dies muss eines der Hauptziele der Hansestadt Seehausen sein. Durch die Unterstützung des Bundes im Rahmen der ‘Klein-stadtakademie’ und die damit einhergehende wissenschaftliche Begleitung, soll es möglich werden, ein Konzept für unsere Innenstadt zu entwickeln und dieses auszutesten. Von einer Wiederbelebung der Altstadt als Wohnort profitieren auch die örtlichen Händler und Gastronomen. Von dieser Entwicklung erhoffe ich mir eine Stärkung der Stadt als Grundzentrum, die gleichzeitig die Daseinsvorsorge in den Umlandgemeinden sichert“, so Detlef Neumann, ehrenamtlicher Bürgermeister der Hansestadt Seehausen. Ihm ist der große Leerstand schon viele Jahre ein Dorn im Auge.

Mit der Förderbewilligung für die Pilotphase bis März 2023 startet der Projektverbund jetzt mit der Entwicklung zukunftsfähiger Nutzungsmodelle für Flächen und Bestandsimmobilien in den Ortskernen der beteiligten sechs Kommunen, die mit Leerstand vieler Wohn- und Geschäftshäuser in der historischen Ortsmitte kämpfen. Es gilt, neue Wohnmodelle zu entwickeln, die im Altbestand umsetzbar sind. Damit sollen gute Rahmenbedingungen für private Initiative und Investition geschaffen werden, um den Ortskern wieder attraktiver zu gestalten und mit Leben zu erfüllen. Die sechs beteiligten Städte werden sich unter wissenschaftlicher Begleitung in Workshops zusammenfinden und die konkreten Nutzungsbedarfe untersuchen. Dabei soll auch konkret mit den Menschen vor Ort gearbeitet werden. Die daraus resultierenden Handlungsoptionen könnten die Kommunen dann vor Ort testweise umsetzen. Sind die Tests in den Städten erfolgreich, sollen sie als Muster für andere Kleinstädte dienen.

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