Stark-V-Förderprogramm: Seehäuser Stadtrat entscheidet sich für Kindertagesstätten-Neubau

LED-Lampen müssen noch warten

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Zugunsten des Kita-Neubaues über das Stark-V-Programm auf dem Gelände am Lindenpark verzichten die Seehäuser Stadtverantwortlichen auf die Umrüstung der Straßenbeleuchtung.

Seehausen. Mit ihrem Anteil in Höhe von 468 700,20 Euro an Stark-V-Fördermitteln, den die Verbandsgemeinde ausreichte, wollten Seehausens Stadtverantwortliche die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED in der Kernstadt und deren Ortsteilen vorantreiben.

Dazu haben sich alle Ausschüsse positioniert. Die Mitgliedsgemeinden Aland, Zehrental, Altmärkische Wische und Altmärkische Höhe liebäugelten auch damit, machten letztlich einen Rückzieher. Aufgrund der Bestimmungen hätten die Kommunen eine Straßenausbaubeitragssatzung beschließen müssen, bei der die Anwohner an den Kosten hätten beteiligt werden müssen. Das lehnten die Volksvertreter ab und überließen den Anteil der Verbandsgemeinde für den Neubau einer Kindertagesstätte auf dem Gelände am Seehäuser Lindenpark (die AZ berichtete).

Auf der außerordentlichen Stadtratssitzung am Dienstagabend verabschiedeten sich die Mehrheit der Seehäuser Abgeordneten vom LED-Vorhaben zugunsten des Kita-Neubaues. Eigentlich sollte der über ein anderes Förderprogramm namens Stark III in die Tat umgesetzt werden. Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth jedoch räumte dem Ansinnen wenig Chancen auf Erfolg ein. Stark V hingegen sei da aussichtsreicher. Man könne nur eines haben, eine gute Beleuchtung oder eine gute Kinderbetreuung. Beides sei finanziell nicht machbar, so der Verwaltungschef.

Ratsmitglied Willi Hamann sah das etwas anders. Er könne sich vorstellen, statt des Neubaues eine umfangreiche Sanierung vorzunehmen. Dann wäre noch Geld für die Beleuchtung da. Die Mehrheit teilte seine Meinung allerdings nicht. Ratsherr Dr. Walter Fiedler gab zu, dass er einst ein Verfechter für die LED-Straßenbeleuchtung gewesen sei, nun ruderte er aber zurück. Für ihn sei die Kinderbetreuung eine „ganz wichtige Sache, wenn wir junge Familien in Seehausen halten wollen“. Die Umsetzung der Beleuchtung sei auf eine andere Art und Weise lösbar – beispielsweise durch Initiativen der Bevölkerung. Und: „Wenn wir den Neubau am Lindenpark endlich haben, können wir den ‘Schandfleck Klosterschulplatz’ für die Kinderbetreuung schließen.“

Von Thomas Westermann

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