Pilotprojekt für regionales Wassermanagement in der Zehrengrabenniederung

„Langer Weg“ mit den Stauanlagen

Die Stauanlage bei Bömenzien ist zwar funktionstüchtig, aber reparaturbedürftig und im Pilotprojekt integriert.
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Die Stauanlage bei Bömenzien ist zwar funktionstüchtig, aber reparaturbedürftig und im Pilotprojekt integriert.

Seehausen. Ein umfassendes regionales Wassermanagement soll im Einzugsgebiet des Zehrengrabens in der Verbandsgemeinde Seehausen in Angriff genommen werden.

Hervorgerufen durch die Hochwasserprobleme im Juni des vergangenen Jahres wurde von Altmärkern die Idee geboren, ein entsprechendes Pilotprojekt zu initiieren, das die Handlungs- und Konfliktfelder Hochwasserschutz, Landwirtschaft und Ökologie miteinander verknüpft und integrale Lösungsansätze vorlegen soll. Zur Umsetzung wurden zwei Gebiete ausgewählt, eins davon ist die Zehrengrabenniederung. Dabei ist die Bewirtschaftung und das Management landwirtschaftlicher Stauanlagen zentrales Anliegen.

Beim Einzugsgebiet des Zehrengrabens handelt es sich um klassisches Tiefland mit einem hohen Anteil an Grundwasservernässung, jedoch gleichzeitig substratbedingt mit einer hohen bis sehr hohen Bewässerungsbedürftigkeit. Fachleute wissen, dass eine effiziente zweiseitige Grundwasserregulierung in den Nässe- und Trockenphasen eine grundlegende Voraussetzung für die optimale Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen, aber auch Grundlage für die dauerhafte Etablierung und das Vorhandensein von Feuchthabitaten auf den Grünlandstandorten sei. Bei geschickter Nutzung der Stauanlagen bestehe darüber hinaus die Möglichkeit, das Wasserregime in den Fließgewässern zur Verbesserung der Gewässerstrukturgüte positiv zu beeinflussen, sind sich die Experten sicher.

Im Zehrengraben befinden sich derzeit zehn Stauanlagen, davon zwei rekonstruierte, fünf funktionstüchtige, die jedoch stark rekonstruktionsbedürftig sind, und drei nicht funktionstüchtige. Verantwortlich für die Anlagen sind durch sogenannte Staurechte die dortigen Gemeinden beziehungsweise ein Landwirtschaftsbetrieb. Die Verbandsgemeinde Seehausen tendiert dafür, dass der Bau und die Unterhaltung von Stauanlagen in Regie des in Seehausen ansässigen Unterhaltungsverbandes (UHV) „Seege-Aland“ kommen, der unter anderem auch für den Zehrengraben verantwortlich ist. Dessen Geschäftsführer Klaus-Peter Meißner spricht diesbezüglich noch von „einem langen Weg“. Denn dafür muss vorerst noch die Satzung geändert werden und andere Schritte folgen.

Von Thomas Westermann

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